| Maria Schell Ausstellung im Schloss Wolfsberg |
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Maria SchellDas Deutsches Filmmuseum würdigt Maria SchellSonderausstellung und Filmreihe im Schloss Wolfsberg ab 15.Juli bis einschließlich zum 28. Oktober. Time vom 30. Dezember 1957. Sie galt als talentierte und professionelle Schauspielerin, geschult in europäischer Schauspieltradition und fünf Sprachen fließend beherrschend. Ihren Facettenreichtum bewies sie in Theater, Film und Fernsehen. Die AusstellungDas Deutsche Filmmuseum, Frankfurt am Main, würdigt Maria Schell mit einer Sonderausstellung und Filmreihe vom 15.Juli bis zum 28. Oktober 2007 im Schloss Wolfsberg. Der begleitende Katalog erscheint im Henschel-Verlag und ist bereits im Handel erhältlich. Präsentiert werden unter anderem zahlreiche Fotos, persönliche Arbeitsmaterialien, Produktionsunterlagen und zeitgeschichtliche Dokumente aus dem umfangreichen Nachlass von Maria Schell, der nach ihrem Tod am 26. April 2005 an das Deutsche Filmmuseum übergeben wurde. Bruder Maximilian Schell, Sohn Oliver und Tochter Marie Theres haben das Kuratorenteam unterstützt. Die Ausstellung veranschaulicht in acht Stationen den künstlerischen Werdegang Maria Schells anhand von Fotografien und Exponaten aus ihrem Nachlass. 37 an der Decke angebrachte Porträts von der Jugendzeit bis in die späten Jahre führen durch die Ausstellung. Schlusspunkt der Ausstellung bildet das Gemälde von Gottfried Helnwein aus dem Jahr 2001, das die Schauspielerin in jungen Jahren zeigt und bis zuletzt in ihrem Haus hing. Weitere Fotografien im Rundgang zeigen Maria Schell in Arbeitskontexten – am Set mit Regisseuren wie Helmut Käutner, Wolfgang Staudte oder Luchino Visconti – oder verdeutlichen bestimmte Konstellationen, etwa die Traumpaar-Bildung mit männlichen Stars wie Dieter Borsche, O. W. Fischer, Yul Brynner oder Gary Cooper. Neben dem filmischen Schaffen widmet sich die Ausstellung auch ihren Anfängen auf der Theaterbühne sowie der Künstlerfamilie Schell und deren Rückszugsort, der Alm im österreichischen Preitenegg, wo Maria Schell ihre letzten Jahre verbrachte. Unvergesslich bleibt ihr letzter öffentlicher Auftritt im Jahre 2002: Maximilian Schell erhält den Bambi für die beste Regie für den Dokumentarfilm MEINE SCHWESTER MARIA und Maria Schell ihren 8. Bambi für ihr Lebenswerk. Schloss Wolfsberg bezaubert nicht nur architektonisch als ein „filmreifes“ Hauptwerk des romantischen Historismus, in zehn Repräsentations- und Schauräumen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein berührendes und außergewöhnliches Ausstellungserlebnis. Herausgeber: Deutsches Filminstitut – DIF e.V. / Deutsches Filmmuseum. Erschienen im Henschel Verlag Berlin/Leipzig 2006. 224 Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen und einem Grußwort von Maximilian Schell. Preis: ¤ 24,90. Der Katalog zur AusstellungDer zur Ausstellung erschienene Katalog widmet sich dem vielfältigen Schaffen von Maria Schell. Die Autorinnen und Autoren unterschiedlichen Hintergrunds betrachten Maria Schells Arbeiten unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Für Recherchen stand erstmals ihr persönlicher Nachlass zur Verfügung. Die kritische Auseinandersetzung wird ergänzt durch sehr persönliche Texte. In einer Nahaufnahme erinnern sich ihre Kinder Oliver Schell und Marie Theres Kroetz Relin, ihr langjähriger Rechtsanwalt Gunter Fette sowie die Kollegin Maria Furtwängler. Vorangestellt ist dem Band ein Grußwort von Maximilian Schell. Der umfangreiche Anhang dokumentiert erstmals ausführlich alle künstlerischen Produktionen mit Maria Schell. Er enthält u. a. eine Filmo-, Theatro- und Diskografie sowie einen Blick in den Nachlass.Zur Filmreihe Maria SchellDie begleitende Filmreihe des Deutschen Filmmuseums zeigt eine repräsentative Auswahl an Filmen, in denen die Schauspielerin zu sehen ist. Besonderes Augenmerk gilt dabei den internationalen Produktionen. Zudem werden thematisch oder inhaltlich verwandte Werke vorgestellt und zu den Maria-Schell-Filmen in Bezug gesetzt. Zu den einzelnen KatalogartikelnIn „Ein Komet der Gefühle“ beschreibt Dieter Bartetzko die Wirkung der Maria Schell und gibt einen Überblick über die Wahrnehmung ihres Spiels im Laufe ihrer Karriere. Johannes Kamps verfolgt über „Zürich - Wien – London“ die frühen Filmwege der aufstrebenden Schauspielerin. Einen Fokus auf die fünfziger Jahre legen Henning Engelke, der Maria Schells Wirkung unter dem Aspekt der „melodramatischen Imagination“ betrachtet und Ursula Vossen, die sich mit einer Analyse der Traumpaar-Konstellationen von Maria Schell und ihren Filmpartnern beschäftigt. Claudia Hennen widmet sich den beiden Gerhard Hauptmann-Verfilmungen Die Ratten (1955) und Rose Bernd (1956/1957) und geht dabei auf die gesellschaftspolitischen Kontexte der Zeit ein. Dabei zeigt sich: Das pauschale Urteil über den westdeutschen Nachkriegsfilm – wirklichkeitsfern, politisch gleichgültig, sentimental – lässt sich nicht halten. Die größte Auswirkung auf Maria Schells Karriere hatten Die letzte Brücke (1953/1954) und Gervaise (1955/1956). Sie verhalfen ihr zu internationalem Durchbruch und begründeten ihren Ruf als Charakterdarstellerin. Diese glanzvollen Jahre zwischen 1953 und 1957 beschreibt Sabine Gottgetreu im Kontext ihres europäischen Filmschaffens. „Visconti mochte meine Intensität“, sagte Maria Schell über den italienischen Regisseur, der wie kein anderer ihr melodramatisches Potential erkannte. In „Ein schöner Coup“ schildert Alfons Maria Arns die Zusammenarbeit bei Le Notti Bianche mit Marcello Mastroianni und Jean Marais als Filmpartner von Maria Schell.Susanne Weingarten geht in „Amerikanischer Männertraum?“ der Frage nach, wie das US-Starsystem Maria Schell aufnahm und erläutert dabei die unterschiedlichen Weiblichkeitsrepräsentationen im Amerika der fünfziger Jahre. Nachdem Maria Schell mit Gervaise eine der Romanheldinnen der französischen Literatur verkörpert hatte, hielt ihr Erfolg im Nachbarland an. Ines Steiner analysiert in ihrem Beitrag „Non, non, ne tirez pas votre mouchoir“ die französischen Filmrollen. „Die neue Schell“ verkündeten die Boulevardblätter Anfang der siebziger Jahre. Mit ihrem zweiten Ehemann Veit Relin produzierte Maria Schell Theaterstücke und Filme – und so manche Schlagzeile. Über die wilden Jahre des Künstlerpaars schreibt Eva-Maria Magel in ihrem Text „Genialisch war sie ja sowieso“. Beide verbindet vor allem die Liebe zum Theater, eine Leidenschaft, die sich durch ihr gesamtes künstlerisches Leben zieht. Auf dieses Thema geht Johannes Kamps in seinem Artikel „Theater ist fast wie eine Droge“ ein. Abschließend beschäftigt sich Reinhard Kleber mit der Fernsehserie Die glückliche Familie, einer Serie, durch die Maria Schell einer ganzen Generation in Erinnerung ist.
BiographieAls Maria Margaretha Anna Schell, genannt „Gritli“, wurde sie am 15. Januar 1926 in Wien in eine Großfamilie hinein geboren. Die Schells waren und sind bis heute eine Künstlerfamilie – von Marias Eltern, der österreichischen Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg und dem schweizer Schriftsteller Hermann Ferdinand Schell, bis zu ihren Kindern: Sohn Oliver ist freier Theatermacher, Tochter Marie Theres arbeitete früher als Schauspielerin und ist heute Journalistin und Autorin.Maria Schell war zwei Mal verheiratet: von 1957 bis 1965 mit dem deutschen Regisseur Horst Hächler und von 1966 bis 1986 mit dem österreichischen Maler, Schauspieler und Regisseur Veit Relin.Ihren ersten Bühnenauftritt hat Maria mit sieben Jahren in der Urania in Wien. Die Familie Schell wohnt in den 1930er Jahren zunächst abwechselnd auf ihrer Alm in Preitenegg / Kärnten und in der Stadtwohnung in Wien. 1938, kurze Zeit nach dem "Anschluss" Österreichs ans Deutsche Reich, geht der den Nationalsozialisten gegenüber kritisch eingestellte Hermann Ferdinand Schell mit Frau und Kindern in die Schweiz. Die Familie trennt sich vorübergehend. So wird Maria Schell auf eine Klosterschule im elsässischen Colmar geschickt, doch nach Kriegsbeginn darf sie bei den Eltern in Zürich bleiben.Die Lehrjahre der angehenden Schauspielerin beginnen in Zürich, wo die Familie seit 1938, dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland, lebt. Bereits 1942 spielt Maria Schell ihre erste kleine Rolle in dem Film Steibruch (CH 1942, R: Sigfrit Steiner). Nachdem sie mit 14 Jahren eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, besucht sie die Schauspielschule in Zürich. Nach dreimonatigem Besuch der Schauspielschule erhält sie 1942 ein Engagement am Rudolf-Bernhard-Theater in Zürich, 1944/45 steht sie beim Städtebund-Theater Biel-Solothurn unter Vertrag, 1946/47 am Stadttheater Bern sowie am Schauspielhaus Zürich. 1948 feiert sie mit dem Film Der Engel mit der Posaune (A 1947/48, R: Karl Hartl) erste Erfolge. In den folgenden Jahren pendelt die gefragte junge Schauspielerin zwischen Zürich, Wien und London, bis schließlich der deutsche Film sie entdeckt. Mit Produktionen wie Es kommt ein Tag (BRD 1950, R: Rudolf Jugert) an der Seite von Dieter Borsche oder Bis wir uns wiedersehen (BRD 1952, R: Gustav Ucicky) mit O.W. Fischer wird sie zum Star des deutschen Nachkriegskinos. Maria Schell 1956 bei den Int. Filmfestspielen Venedig mit der Coppa Volpi, dem Preis für die beste schauspielerische Leistung. Neben ihrer Arbeit bei internationalen Filmproduktionen steht Maria Schell immer wieder auf der Theaterbühne. Versehen mit einem enormen Arbeitspensum wechselt sie in diesen Jahren Film-Set und Bühne, pendelt zwischen den USA, Deutschland, Frankreich und Österreich. Erste Erfahrungen mit dem Medium Fernsehen sammelt Maria Schell bereits in den 60er-Jahren in den USA. Seit den frühen 1970er Jahren ist sie verstärkt im deutschen Fernsehen präsent, z.B. in Episodenhauptrollen beliebter Krimiserien wie Derrick oder Der Kommissar, aber auch in einigen bemerkenswerten Fernsehspielfilmen wie Marie (1972, Regie Hans W. Geissendörfer) und Immobilien (1973, R: Otto Jägersberg). Die glückliche Familie (1986-1991). Im Kreise der Darsteller (v.l. Julia Heinemann, Susanna Wellenbrink, Siegfried Rauch, Maria Furtwängler). Maria Schell erhielt zahlreiche Filmpreise und Ehrungen: Acht mal den Bambi, die Goldene Palme, den Deutschen Filmpreis sowie das Bundesverdienstkreuz. Seit Mitte der 1990er Jahre sieht man Maria Schell immer seltener auf den deutschen Bildschirmen. Sie lebt zurückgezogen auf der Alm in Preitenegg / Kärnten, die Yellow Press berichtet schonungslos über ihr Privatleben. 2002 zeichnet Maximilian Schell in seinem Dokumentarfilm Meine Schwester Maria ein persönliches Portrait seiner Schwester, für das er mit dem Bambi für die beste Regie ausgezeichnet wird. Gleichzeitig erhält Maria Schell ihren 8. Bambi, den Bambi für ihr Lebenswerk. Es ist ihr letzter öffentlicher Auftritt.
[Quelle und Erlaubnis : Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main] |
| Maximilian Schell bei seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung "Maria Schell" im Frankfurter Filmmuseum. |
Maximilian Schell bei seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung "Maria Schell" im Frankfurter Filmmuseum.
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