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Switbert Lobisser

Switbert Lobisser im Lavanttal & Wolfsberg

Swibert Lobisser hätte 2008 seinen 130. Geburtstag gefeiert. Auf Spurensuche nach einem Österreichischen und Mönch und Künstler.
Swibert Lobisser's Atelier in St. Paul mit Fresken von Ihm.
Swibert Lobisser's Atelier in St. Paul mit Fresken von Ihm.

Swibert Lobisser (* 23. März 1878 in Tiffen, Kärnten; † 1. Oktober 1943 in Klagenfurt, Kärnten; eigentlich Leo Lobisser hätte 2008 seinen 130. Geburtstag gefeiert. Auf Spurensuche nach einem Österreichischen und Mönch und Künstler.

In der Stiftskirche St. Paul ist das eine oder andere Werk des Künstlers Switbert Lobisser erhalten, ebenso wie seine Schulsammlungen (Grafiken und Drucke) im Vorjahr im Rahmen der Stiftsausstellung zu sehen waren. Das Stift und der Ort St. Paul waren jahrelang zentraler Lebensbereich Lobissers, war er doch – bis zu seinem Austritt im Jahr 1932 – Benediktinermönch.

Schriftsteller Alois Brandstetter beschreibt ihn als „Kärntner Maler Switbert Lobisser, der ursprünglich Benediktinermönch in St. Paul im Lavanttal gewesen ist und später aus verständlichen Gründen, nämlich aus Liebe zu einem Mädchen, das Kloster verlassen hat“. Gearbeitet Fresken von Lobisser in St. Paulhat Lobisser im heute noch so genannten „Lobisserstöckl“, das derzeit neu adaptiert wird und im Rahmen der Europaausstellung 2009 seiner neuen Bestimmung zugeführt wird – unter anderem soll dort eine Lobisserausstellung bzw. –galerie entstehen. Lobisser wirkte in St. Paul nicht nur als Geistlicher, sondern auch als Zeichenlehrer am Gymnasium. „Im Kloster war man nicht glücklich über seinen Austritt, es war ein schwer wiegender Schritt, der Verlust eines Mitbruders“, so Dr. Rudolf Freisitzer, Archivar im Stift St. Paul und Professor am hiesigen Gymnasium über den heute österreichweit wenig bekannten Künstler, dessen Werk Holzschnitte, Fresken, Ölmalerei, Aquarell und Bildhauerei umfasst. „Und so vielschichtig wie sein künstlerisches Schaffen waren auch seine Charaktereigenschaften“, sagt Freisitzer.

Denn Lobisser ging nach seinem Austritt aus dem Orden nach Klagenfurt, wo er sich mit der nationalen Idee identifizierte, und lebte als freischaffender Künstler. So ist er heute noch bekannt für seine Abstimmungsfresken im Kärntner Landtag. Brandstetter schreibt weiter: „Switbert Lobisser ist ausgeschert, hat seinen Konvent verlassen und ist seiner ,Ev’ gefolgt. Leider hat er sich dann aber einer anderen Gemeinschaft, einer Partei, verbunden und behauptet, er sei nicht nur oder vor allem wegen seiner Ev gegangen, sondern weil es ihm im Kloster St. Paul, das damals übrigens nicht mehr in der Ortschaft St. Paul, sondern in ,Spanheim’ lag, weil man sich umbenannt hatte, ,zu slowenisch’ zugegangen sei. Er kam in schlechte Gesellschaft!“ Heute gilt er also als eher lokale Berühmtheit, nach 1945 wurde ihm kaum Bedeutung zugesprochen. Freisitzer: „Zu dieser Zeit gab es in Kärnten eine Konzentration von Künstlern, etwa den Nötscher Kreis, der eine größere Breitenwirkung hatte. Es gibt kaum Anfragen aus dem Ausland oder auch von der Akademie der Künstler.“

Auszeichnungen und Ehrungen von Swibert Lobisser

  • 1927 Goldene Staatsmedaille von Graz
  • 1929 Große goldene Staatsmedaille von Salzburg
  • 1931 Goldene Staatsmedaille von Linz
  • 1935 Großer Staatspreis
  • 1936 Eckartring
  • 1937 Goldene Ehrennadel des Wiener Künstlerhauses
  • 1939 Mozartpreis
  • 1943 Kriehuber-Preis

Nähere Informationen über Switbert Lobisser auf www.lobisser.at

Margot Hohl 2009 für die WZ

Quelle Zitate Brandstetter: Gstättner, Egyd (Hrsg.): Vom Manne aus Pichl. Über Alois Brandstetter. Residenz: Salzburg und Wien 1998.

Bernd Krammer von Lovntol.at

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