| Lymphologie im LKH Wolfsberg | ||
|---|---|---|
Die Lympohologie im LKH Wolfsberg | ||
Österreichweit einzigartig: Das neue Zentrum für Lymphologie am LKH WolfsbergZentrum für Lymphologie Vorstand
Die neue „Lymphklinik“ wurde in Zusammenarbeit mit KABEG und Land Kärnten im Südteil des Krankenhauses verwirklicht. Das österreichweit einzigartige Zentrum, in dem nunmehr 80 Patientenbetten für die Akutbehandlung und Rehabilitation zur Verfügung stehen, ist ein Aushängeschild für die Kärntner Gesundheitsversorgung. Prim. Dr. Walter Döller und sein Team behandeln hier Lymphödempatienten aus allen österreichischen Bundesländern und dem benachbarten Ausland. Das Führungsteam des Zentrums für Lymphologie: Prim. Dr. Walter Döller (rechts) mit EOA Dr. Christian Ure und OSr. Monika Schranzer Das architektonisch ansprechende Gebäude, das sich hervorragend in den Gesamtbestand des Krankenhauses fügt, besteht aus zwei Baukörpern mit je drei Geschossen und bietet neben einem geräumigen Funktions- und Bettentrakt auch mehrere Therapie- und Aufenthaltsräume. Die medizinische und therapeutische Behandlung sowie die Betreuung entsprechen den höchsten Standards. Die bauliche Weiterentwicklung des Krankenhauses ermöglichte auch eine sinnvolle und zeitgemäße Lösung für den Haupteingang, der in den neuen Gebäudebestand integriert wurde. Der barrierefreie Zugang zum Haus konnte damit optimiert und an die Erfordernisse eines patienten- und besucherfreundlichen Hauses angepasst werden. Mit dem neuen Zentrum für Lymphologie, das vom Direktorium auch als wichtiger Beitrag zur Standortsicherung des Krankenhauses gesehen wird und bereits Teile des Masterplan II umsetzt, sind 30 neue Arbeitsplätze im LKH Wolfsberg verbunden. Daten und Fakten | ||
Zentrum für Lymphologie am LKH Wolfsberg Rehabilitationsklinik und Akut-StationDas LKH Wolfsberg hat mit dem Zentrum für Lymphologie Österreichs erstes Kompetenzzentrum für lymphologische Rehabilitation. Seit der Eröffnung 2002 ist dieses eine wichtige Anlaufstelle für LymphödempatientInnen aus dem In- und Ausland und somit überregional wirksam.Das Zentrum für Lymphologie bietet Akutbetten, Rehabilitationsbetten und ambulante Räumlichkeiten. Was ist ein Lymphödem?Das Lymphsystem ist ein dem Blutkreislauf parallel geschaltetes Drainagesystem und als Halbkreislaufzu bezeichnen. Stoffwechselschlacken, Krankheitserreger, Krebszellen und Schmutzpartikelchen werden mit der Lymphe abtransportiert. Ist das Lymphsystem gestört, staut sich die Flüssigkeit und es entsteht ein Lymphödem. „Das Lymphödem kann bei allen, auch an inneren Organen auftreten. Am häufigsten sind jedoch die Extremitäten betroffen, die Gliedmaßen schwellen teilweise enorm an“, berichtet Prim. Dr. Walter Döller, Vorstand des Zentrums für Lymphologie. Die Lymphtransportschädigung ist angeboren oder erworben. Besonders häufig tritt sie jedoch bei Frauen und nach Krebsoperationen auf. Durch die operative Entfernung von Lymphknoten und/oder Bestrahlung wird der Lymphtransport unterbrochen und löst ein Lymphödem aus. Ausprägungen des LymphödemsStadium I – spontan reversibel: Vorübergehende, nach Belastung oder abends auftretende weiche Schwellung ohne wesentliche Krankheitssymptome. Rückbildung über Nacht.Stadium II – spontan irreversibel: Teils induriertes Ödem. Trotz Ruhephasen kommt es zu keiner Rückbildung des Lymphödems. Komplikation durch Pilzinfektionen, Rotlauf oder Ödemverstärkung. Stadium III – Iymphostatische Elephantitis: Verhärtung, große Schwellung mit Verhornung der Haut oder warzenähnliche Hauterscheinung, zunehmende Behinderung. Angiologische-lymphangiologische DiagnoseDas oft komplexe Krankheitsbild des Lymphödems bedarf einer allumfassenden Diagnose und Behandlung der Begleiterkrankungen. Neben der Basisuntersuchung (Anamnese, Inspektion, Palpation,physikalische Untersuchung, Basislabor, Umfangmessung und Volumetrie mit dem Perometer) werden auch hochauflösender Ultraschall, Farbdoppleruntersuchungen, Gefäß- und Funktionsdiagnose, indirekte Lymphographie, quantitative Lymphszintigraphie, CT und MR angeboten. Die Nutzung der Synergieeffekte vorhandener fachspezifischer Abteilungen und Konsiliarärzte ermöglicht eine rasche und adäquate Diagnose und Therapie komplizierter Begleiterkrankungen. Konzept der lymphologischen RehabilitationDas Lymphödem ist eine chronische Erkrankung und neigt zur Progression. Unbehandelt führt es zur Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zur Invalidität. Ziel ist es, das Lymphödem zu reduzieren und zu stabilisieren, die Patienten im richtigen Umgang mit der Erkrankung zu unterweisen und auch Hilfe zur täglichen Selbsthilfe anzubieten. Am Anfang der Therapie steht die Erstellung eines biopsychosozialen Behandlungskonzeptes.Ein wesentlicher Bestandteil der lymphologischen Rehabilitation ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie beinhaltet:
Zusätzlich werden angeboten:
Welche Krankheitsbilder werden behandelt?
Qualität wird groß geschriebenDas Zentrum für Lymphologie wurde schon vor Jahren als erste Österreichische Rehabilitations- Abteilung nach Ö-Norm ISO 9001 zertifiziert. Der ausgezeichnete Ruf hat sich auch in einer „Patientenbefragung zur Qualität im Krankenhaus“ des KKF-Fachbeirates für „Qualität und Integration im Kärntner Gesundheitswesen“ bewiesen.Wie kommt man zur Behandlung am Zentrum für Lymphologie?Die Aufnahme an der Akut-Station erfolgt je nach Kapazität nach Einweisung zur Anstaltspflege. Für die Aufnahme zur Rehabilitationsbehandlung ist eine Bewilligung nach Antrag bei der Pflichtversicherung notwendig. | ||
Das neue Therapiezentrum am LKH WolfsbergMit dem Neubau des Zentrums für Lymphologie wurde das neue physikalische Therapiezentrum des LKH Wolfsberg feierlich eröffnet.Leitung: Df. PT Marjetka Vaukan
PhysiotherapieDie Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Die PhysiotherapeutInnen nützen primär manuelle Techniken, arbeiten mit verschiedenen Behandlungskonzepten und fördern die Eigenaktivität des Patienten. Gegebenenfalls wird die Therapie mit Elektrotherapie, Wärme, Kälte oder Massagen ergänzt. Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung der Gesundheit des Patienten sowie die Schmerzreduktion.Ergotherapie Die ErgotherapeutInnen analysieren die Tätigkeiten der Patienten im Alltag. Die dafür notwendigen Funktionen und Handlungsabläufe werden trainiert und/oder kompensiert. Je nach Bedarf werden diese Aktivitäten durch Hilfsmittel, Schienen und/oder Adaptierung der Umwelt unterstützt. Ein Training für Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Gedächtnisleistung und komplexe Planung bereitet die Patienten auf die Bewältigung des Alltags vor.ErgotherapeutInnen unterstützen die Patienten bei einem körperlich, geistig und seelisch aktiven Leben und orientieren sich immer an den individuellen Möglichkeiten und Zielen der Erkrankten. Gezielte Intervention und Aktivierung wirken gegen innerlichen Rückzug und Depression. Im LKH Wolfsberg werden neurologische, orthopädische, geriatrische, lymphologische und unfallchirurgische Patienten von den ErgotherapeutInnen betreut. LogopädieDie Logopädie ist ein Teil der medizinischen Grundversorgung. Sie beinhaltet die Prävention (Vorbeugung) und Diagnostik (Untersuchung) wie auch Beratung, Therapie, wissenschaftliche Forschung und Lehre von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen.Hilfe von Logopäden brauchen Menschen mit Problemen der Sprache und des Sprechens, der Atmung und Stimme, des Hörens, des Redeflusses (Stottern), Problemen im orofacialen Bereich (Schwierigkeiten beim Schlucken, Gesichtslähmungen, Zahn- und Kieferfehlstellungen, usw.) sowie Personen mit hoher stimmlicher Belastung. Im LKH Wolfsberg werden jene Patienten logopädisch behandelt, die z.B. im Rahmen neurologischer Erkrankungen (nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson, usw.) oder durch Unfälle oder Operationen Schwierigkeiten haben mit ihrer Sprachund Kommunikationsfähigkeit, dem Schlucken, der Stimme, der Atmung, dem Hörvermögen oder den Gesichtsfunktionen (z.B. bei einer Gesichtslähmung).
| ||
Med. Direktor Prim. Dr. Hartwig Pogatschnigg, Pflegedirektorin Claudia Obersteiner und Kaufm. Direktor Mag. Viktor Benzia (von links). Primarius Dr. Hartwig Pogatschnigg, Medizinischer Direktor des LKH Wolfsberg:„Der Neubau des Zentrums für Lymphologie bedeutet eine große Bereicherung der über Jahre aufgebauten Kompetenz in diesem medizinischen Fachgebiet. Die österreichweite Vorreiterrolle ist natürlich auch für den Standort des LKH Wolfsberg eine wichtige Perspektive. Auch der interdisziplinäre Therapieansatz zeigt die in die Zukunft gerichtete Vision einer kompetenten ärztlichen Versorgung.“Claudia Obersteiner, Pflegedirektorin des LKH Wolfsberg:„Mit dem Ausbau des Zentrums für Lymphologie konnten die für die Pflege und die therapeutische Behandlung der Patienten notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zeitgemäße Strukturen unterstützen die effiziente Leistungserbringung. Mit dem neuen Therapiezentrum des LKH Wolfsberg ist es gelungen, die therapeutischen Leistungszentren des Hauses wieder zu konzentrieren, so dass unnötige Wegstrecken zum Wohle der Patienten vermieden werden.“Mag. Viktor Benzia, Kaufmännischer Direktor des LKH Wolfsberg:„Mit dem Zentrum für Lymphologie bietet sich dem LKH Wolfsberg die für ein Regionalkrankenhaus seltene Chance, Leistungen überregional anzubieten und zu erbringen. Der Neubau des Zentrums für Lymphologie ist ein wichtiger Beitrag für die zukünftige Entwicklung des Hauses und zudem mit neuen Arbeitsplätzen verbunden. Mit rund 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das LKH Wolfsberg der größte Arbeitgeber im Bezirk und auch darüber hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“Dipl.KH-Bw. Ing. Jürgen Schratter, Projektleiter, Leiter der Abteilung Bau & Technik, LKH Wolfsberg:„Der Neubau der Lymphologie mit dem Therapietrakt und dem neuen Haupteingang ist ein architektonisch und funktionell gelungenes Bauwerk. Die neu errichteten Gebäude verleihen dem LKH Wolfsberg ein neues positives Gesicht und fügen sich in besonderer Weise in die bestehende Struktur ein. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte dieser Neubau trotz der kurzen Bauzeit und dem schwierigen Gelände fristgerecht fertig gestellt werden.“ | ||
|


Im Dezember 2009 wurde der Neubau des Zentrums für Lymphologie am LKH Wolfsberg nach rund vierzehnmonatiger Bauzeit und mit Gesamtinvestitionen von rund 20 Mio. Euro fertig gestellt und nach erfolgter sanitätspolizeilicher Bewilligung für die Besiedelung mit Patienten und Mitarbeitern freigegeben.
Mit dem Grundsatzbeschluss, das neue Zentrum für Lymphologie zu errichten, war auch die Planung eines neuen Therapiezentrums verbunden. Von Anfang an war klar, dass die bestehenden, an verschiedenen Abteilungen des Hauses untergebrachten Therapieräumlichkeiten im Interesse der Patienten wieder zu einer Einheit zusammengefasst werden sollten.
Die ErgotherapeutInnen analysieren die Tätigkeiten der Patienten im Alltag. Die dafür notwendigen Funktionen und Handlungsabläufe werden trainiert und/oder kompensiert. Je nach Bedarf werden diese Aktivitäten durch Hilfsmittel, Schienen und/oder Adaptierung der Umwelt unterstützt. Ein Training für Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Gedächtnisleistung und komplexe Planung bereitet die Patienten auf die Bewältigung des Alltags vor.