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Preblauer Heilwasser

Sauerbrunnschloss und Bauerntempel: Die Heilquelle in Preblau

Sauerbrunnschloss und Bauerntempel: Die Heilquelle in Preblau. Das Preblauer Wasser.
Das Preblauer Werk heute mit dem Brunnehaus und der Flasche.
Das Preblauer Werk heute mit dem Brunnehaus und der Flasche.

Weit über 1000 Jahre ist es her, dass die Heilquelle in Preblau auf 828 Metern Seehöhe erstmals urkundlich erwähnt wurde, als die Bischöfe von Bamberg in den Besitz des oberen Lavanttales gekommen waren und den Wert des „sauren Wassers“ erkannten. Die Geschichte geht aber noch viel weiter zurück, denn bereits die Kelten und Römer im Lavanttal sollen aus den Sauerquellen im oberen Tal getrunken haben. In etwa dort, wo heute das Schloss Moosheim bei Prebl steht, war „Prelusia“, die Wachstation zur Zeit der Römer, die damals die „Celeia“ (Cilli) - verbunden mit dem Limes an der Donau – schützen sollte.

Im Jahre 1233 schließlich soll das Preblauer Wasser bereits in Tonkrügen, versiegelt mit Schweinsblasen, ins Frankenland geliefert worden sein. Die Gäste der Bischöfe in Bamberg wurden damit bewirtet. Es dauerte nicht lange, bis der gesundheitliche Nutzen des Wassers erkannt wurde – und die „Lavanttaler Gottesgabe“ dem deutschen Adel weiterempfohlen wurde. Bald setzte reger Versand des Wassers aus Preblau ein, das auf den damaligen Kauffahrerstraßen bis in die deutschen Handelszentren von Augsburg, Bamberg und Würzburg geliefert wurde.

Wieder dreihundert Jahre später trat das reiche Augsburger Handelsgeschlecht Fugger als Goldgewerke in der Kliening auf und berief den großen Gelehrten Paracelsus in das Erzrevier um Bad St. Leonhard, damit man nach seinen Anleitungen auf eine höhere Ausbeute der Edelmetalle komme. Während seines Aufenthaltes im Lavanttal in den Jahren zwischen 1538 und 1540 stieß Paracelsus (1493 – 1541) auch auf den Preblauer Säuerling, dessen Heilkraft der Mediziner sehr bald erforschte und darüber in seinen „Kärntner Schriften“ ein positives Urteil niederlegte. In späterer Zeit nannte man eine mächtige Buche in der Nähe des Brunnens „Paracelsusbuche“.

In der Pfarrchronik von St. Leonhard hat der Geistliche Peter Orasch vermerkt, dass auf seine Bitte hin der berühmte Paracelsus auch die schwerkranke Altbäuerin Kröpfling aufsuchte, welcher er „benebst ein Tegel mit allerhand Teriak und Arznei, item eine Kanne Preblauer Wasser“ mitbrachte. Und: Durch Paracelsus wurden auch andere Ärzte auf das Preblauer Wasser aufmerksam. 1612 schließlich war die Quelle in Prebl erstmals in einer Karte des Herzogtums Kärnten eingezeichnet.

Das ehemalige Kurhaus in Preblau

Dr. Freisinger-Mistuzzi, der von 1658 bis 1662 als Landschaftlicher Stadtmedicus in Klagenfurt wirkte, hatte mit seinen „Lavanttaler Curen in Verbindung mit Preblauer Wasser“ so bedeutende Erfolge, dass er den damaligen Besitzer der Herrschaft Bayerhofen in Wolfsberg, Christian Carl von Waidmannsdorf, empfahl, beim Preblauer Sauerbrunnen ein Badehaus zu erbauen, damit die Patienten ein gebührliches Unterkommen hätten. Weil der Edelmann für dieses Ansinnen nicht die gehörigen Mittel besaß, übernahmen die Kärntnerischen Landstände die Quelle und errichteten dort ein Kurhaus für den Adel. Im Mai 1674 wurde das Sauerbrunnschloss eröffnet. Für die Bauern der Umgebung aber hat man daneben einen eigenen „Bauerntempel“ geschaffen, aus dem sie ihr „verbrieftes“ Sauerwasser beziehen konnten.

Damals kauften die Stände auch die daneben gelegene Schreiberhube, die sie 1681 einem gewissen Max Grillitsch im Freistiftwege überließen. Weil Grillitsch, wie es überliefert ist, hier bald eine arge Misswirtschaft einreißen ließ, wurde der gesamte Besitz mit dem Sauerbrunnen vom Freiherrn von Siegersdorf und Herrn auf Lichtengraben erworben. Diese Herrschaft nördlich von Bad St. Leonhard ging im Jahre 1713 in den Besitz der Freiherren von Teuffenbach über. Die Sauerquelle wurde in jenen Jahren nur in geringem Maße genutzt.

Die erste chemische Analyse des Preblauer Wassers machte der Arzt und Botaniker Dr. Heinrich Johann von Crantz (1722 – 1797), der ein Schüler des berühmten Leibarztes der Kaiserin Maria Theresia (1717 – 1780), Freiherr Gerard van Swieten (1700 – 1772), war. Dies hatte zur Folge, dass nunmehr das Preblauer Wasser in „wohlverstopften Gefäßen“ auch an die Wiener Hofburg versandt wurde und auch am Kaiserhof dankbare Abnehmer fand.

Trotzdem wurden die Quellen zu Preblau noch zu wenig genutzt, weshalb Kaiser Franz I. (1768 – 1835) im Jahre 1810 die Landstände in einem Handschreiben rügte. Darum kauften die Kärntner Stände drei Jahre später, im Jahre 1813, den gesamten Besitz zurück, erwarben einige zusätzliche Gründe von Anrainern hinzu und begannen mit dem Bau einer großzügigen Kuranstalt. Weil auch dieser Betrieb bald wieder verlotterte, entschloss sich der Kärntner Landtag, der die Ständische Landschaft abgelöst hatte, im Jahre 1869 zur Versteigerung der Heilquellen und aller zugehörigen Liegenschaften in Preblau.

Nun ergriff Albertine Farlatti geborene Jessernig aus Klagenfurt die Initiative, gewann auch Kurarzt Dr. Dominik Bancalari, Dr. Alois Hussa und Josef Steinhäubl für ihre großen Pläne. Zu viert wurde eine Kommanditgesellschaft gegründet, die die Quellen und das Gut Preblau zum Preis von 43.238 Gulden ersteigerte. Während Dr. Hussa und Steinhäubl bald ausschieden, nahm die „Brunnenverwaltung Preblau“ (so nannte sich der Betrieb) unter der zielbewussten Führung der beiden anderen Familien einen überraschenden Aufstieg. 1871 wurden schon 100.000 Flaschen „Preblauer“ versandt, im Jahre 1879 waren es bereits 200.000 Stück. 1892 kam es zum Bau eines neuen Brunnenhauses, und 1894 wurden sogar eine Million Flaschen in alle Länder der Habsburger Monarchie verschickt. Als im Jahre 1900 die Bahnlinie Zeltweg – Wolfsberg eröffnet war, kamen auch zahlreiche Gäste in die Preblauer Kuranstalt, die am Bahnhof „Preblau – Sauerbrunn“ täglich mit Fiakern abgeholt wurden. Als sogar der k. u. k. Kriegsminister, Feldzeugmeister Franz Bilau-Rheidt, durch eine Kur in Preblau von einem längeren Leiden geheilt wurde, gab er die Anordnung, dass die Militärspitäler der Monarchie nur mit „Preblauer“ zu beliefern seien.

Die „Kur- und Wasserheilanstalt Bad Preblau“ hatte laut Prospekt ihre Saison „Anfang Juni bis Mitte September“ und verfügte auch über eine „Bahn-, Post- und Telegraphenstation“: „Dem Weltverkehr von Süd und Nord durch die Bahn Unterdrauburg-Zeltweg angeschlossen, treffen sich in der Station Preblau-Sauerbrunn aus beiden Richtungen je drei Züge ein. Zu jedem Bahnzuge verkehrt der Gesellschaftswagen der Kuranstalt täglich; über Wunsch wird ein Separatwagen beigestellt.“ Als leitender Arzt war u. a. Dr. Franz Wiesner aus Wien, 1. Weihburggasse Nr. 4, beschäftigt.

Preblau wird als „umfangreicher Waldpark, innerhalb dessen direkt kristallinischem Gestein (Glimmerschiefer) entspringend, der seit neun Jahrhunderten gekannte und in der Therapie geschätzte Preblauer Säuerling“ beschrieben. Weiters: „Nach dem Ergebnis der von Hofrat Dr. E. Ludwig 1890 vorgenommenen chemischen Analyse enthält der Sauerbrunn Preblau als therapeutisch wichtigste Bestandteile auf 10.000 Gewichtsteile: Chlornatrium: 1.325; Natriumbicarbonat: 30.298; freie Kohlensäure: 21.734. Die Temperatur der Quelle beträgt konstant 7 bis 8 Grad Celsius. Das der Quelle reichlich entströmende Gas ist reine Kohlensäure. Der Preblauer Säuerling ist also ein ausgesprochener Natronsäuerling, der sich – nach Hofrat Ludwig - ,durch einen hohen Grad von Reinheit auszeichnet und in ieser Hinsicht kaum von einem anderen alkalischen Säuerling erreicht, geschweige denn übertroffen wird’. (Wiener Klinische Wochenschrift 1890, Nr. 19.)“

Weil der Versand des „Preblauer Säuerlings“ Jahr um Jahr zunahm, entschloss man sich bald nach der Jahrhundertwende, auch die Linzlquelle in den Auen abzufüllen. Auch darüber gibt das Prospekt Auskunft: „Am Südabhange desselben Gebirgsrückens entspringt eine zweite, längst bekannte und verwendete Preblauerquelle (Auenquelle), deren chemische Zusammensetzung im allgemeinen sehr ähnlich ist und sich noch überdies durch eine wesentliche Menge von Lithium auszeichnet. Der ebenfalls auf dem Gebiete des Gutes Preblau entspringende ,Klieninger Sauerbrunn’ ist ein vorzügliches Stahlwasser.“ Und zum Klima in Preblau: „Preblau erfreut sich eines milden subalpinen Höhenklimas, das im allgemeinen dem des Semmerings ähnlich ist. Die Temperatur ist gewöhnlich um 1,5 bis 2 Grad Celsius höher als am Semmering. Während der Sommer nie drückend heiß wird, kann man, den allgemeinen klimatischen Verhältnissen des norischen Alpengebietes entsprechend, auf einen milden, sonnenreichen Herbst rechnen. Das milde Klima bringt es mit sich, daß in den Gärten von Preblau alle Obstsorten gedeihen und noch im September im Freien prächtige Rosen blühen.“

Der Zusammenbruch der Donaumonarchie brachte dem Preblauer Betrieb einen argen Rückschlag. Die zahlungskräftigen Gäste aus den großen Städten blieben aus. Und weil die Nobelgäste aus den Nachfolgestaaten nicht mehr kamen, musste die Kuranstalt geschlossen werden. Das Hauptaugenmerk wurde nunmehr auf den Versand des Tafelwassers gerichtet. Der berühmte Balneologe Ing. Adolf Scherer hat 1928/29 die Quelle nach dem modernsten Stand der medizinischen und technischen Erkenntnisse neu gefasst und zu einer zentralen Druckfüllungsstation geleitet. Der Zweite Weltkrieg brachte nochmals einen starken Rückgang, doch die unermüdliche Arbeit der Besitzer hob den Betrieb in einigen Jahren wieder auf den früheren Standard.

Das heilkräftige Preblauer Wasser, das über einen natürlichen Gehalt an Kohlensäure verfügt, wird besonders bei Erkrankungen des Nierenbeckens, bei Magen- und Darmkrankheiten sowie zur Unterstützung der Insulin-Therapie bei Diabetes angewendet. Auch im einstigen Preblauer Prospekt wird auf die Indikatoren eingegangen: „Entsprechend seiner Zusammensetzung und der dadurch bedingten Heilwirkung auf den Organismus ist der Preblauer Sauerbrunn hauptsächlich indiziert bei Chronischem Katarrh des Magens und des Darmes, Dyspepsie, Hyperacidität und Hypersekretion, katarrhalischen Erkrankungen der Atmungsorgane. Nierenerkrankungen (chronischer parenchymatöser und interstitieller Nephritis, chronischer Urämie, Hydrops), katarrhalischen Erkrankungen des Nierenbeckens und der Blase (Pyelitis, Cystopyelitis, Cystitis), der Harnröhre (Urethritis, Strikturen) und der Prostata (Prostatitis). Hypertrophie der Prostata und ihren Folgezuständen. Bei Stein- und Sand- (Gries-) Bildungen in Niere, Nierenbecken und Blase. Bei Hämaturie (Blutharnen). Bei harnsaurer Deiathese (Gicht, Oxalurie). Bei Diabetes mellitus. Bei sexuellen Neurosen, Impotenz und Spermatorrhoe. Als Nachkur nach urologisch-chirurgischen Operationen (Nephrotomie, Nephrektomie, Sectio alta, Lithotripsie, Litholapaxie, Prostatotomie, Prostatektomie, Urethrotomie).

Durch die hohe Lage (828 m über der Adria) erscheint Preblau auch in ausgezeichneter Weise als Höhenkurort bei den verschiedensten Formen funktioneller Neurosen geeignet. Die herrliche Lage Preblaus inmitten uralten Hochwaldes, die reine, staubfreie Luft, die idyllische Ruhe und das milde, subalpine Klima machen es ganz verständlich, dass alljährlich viele dankbare Patienten, die Preblau ihre Genesung verdanken, auch als Gesunde wieder zu kürzerem oder längerem Aufenthalte zurückkehren.“

Das Kurwesen wurde sehr gelobt: „Reinste Süßwasserquellen versorgen sämtliche Wohnhäuser mit einwandfreiem Trinkwasser in ausgiebigem Maße. Preblau besitzt eine nach den modernsten Anforderungen eingerichtete Wasserheilanstalt, System Hofrat Professor Dr. Winternitz, mit besonderen Räumen für Damen und Herren, in der das gesamte Wasserheilverfahren in Anwendung gebracht werden kann, ferner Einrichtungen für Kohlensäurebäder, Fichtennadelbäder, elektrische sowie überhaupt alle gebräuchlichen Medizinalbäder, für Heißluft- und Fangobehandlung, ferner einen eigenen Raum für Gymnastik und elektrische Behandlung. Die Benützung der Kurmittel sowie der kurgemäße Gebrauch des Preblauer Säuerlings kann nur nach ärztlicher Verordnung und mit ärztlicher spezieller Anweisung (Legitimation) gestattet werden. Der Kurarzt führt eine Hausapotheke und ein bakteriologisch-chemisches Laboratorium zur Durchführung der sämtlichen notwendigen Analysen.“

Die damaligen Bäderpreise, noch in Kronen: „Hydrotherapeutische große Prozedur (z. B. Stammpackung, Halbbad, Dusche, Abreibung) K 2,-. Hydrotherapeutische kleinere Prozedur (z. B. Sitzbad, fließendes Fußbad) K 1,-. Medizinalbäder (z. B. Terpentin, Steinfalz, Sauerstoff, Kohlensäure usw.) K 2,50 bis 4,50. Fango (Teil-, Ganzpackung) K 2,-, K 4,-. Fichtennadelbäder K 2,40. Reinigungsbäder K 1,40. Sämtliche Räumlichkeiten des Bades und ebenso dessen Vorräume sind heizbar.“

Zu Wohnung und Verpflegung in der Kuranstalt Preblau: „Die Wohnungen in Preblau, mit den Hauptfronten gegen Südwest, bieten reichlichen Komfort, die sanitären Vorkehrungen entsprechen allen zeitgemäßen Anforderungen. Die der Mehrzahl nach heizbaren Wohnzimmer verteilen sich auf das Herrenhaus (im Parterre Lese-, Spiel- und Konversationssalon, nebenan die Speise- und Kaffeelokalitäten), das Schweizerhaus (im Parterre die Ordinationsräume des Kurortes und in einem Anbau die Wasserheilanstalt) und das Brunnenhaus in der Nähe der Quelle. Sämtliche Zimmer, Restaurations-, Unterhaltungs- und Nebenräume sowie die Parkwege sind elektrisch beleuchtet. Die Wohnungspreise, mäßig gehalten, werden wochenweise berechnet, richten sich nach der Größe der Zimmer und der darin befindlichen Bettenanzahl und betragen pro Woche von K 20,-, 2bettige Zimmer von K 30,- an. In der Zeit vom 1. bis 20. Juni sowie vom 20. August bis zum Schluß der Saison wird ein Nachlaß von 25 Prozent bei den Zimmerpreisen gewährt. Bei tageweiser Mietung werden entsprechend mäßige Preise berechnet. Es wird ersucht, bei Wohnungsbeteiligungen die beiläufige Dauer des Aufenthaltes anzugeben. In dem Mietzinse ist die Entlohnung für die Bedienung, die pro Person für das Zimmermädchen und für den Lohndiener mit je K 1,- pro Woche festgesetzt ist, nicht inbegriffen. Die Küche steht unter ärztlicher Kontrolle und ermöglicht alle Arten von Diät-, Milch-, Mast- und Entfettungskuren. (Milch, Kefir und Yoghurt aus der eigenen Meierei.) Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit einer rationellen Ernährung der Kranken wird von Seiten der ärztlichen Leitung ganz besonderes Gewicht auf vorzügliche Küche gelegt.“

Die Pensionspreise: „Volle Pension exklusive Zimmer K 7,-; für Kinder bis zu acht Jahren K 4,-. Frühstück: Kaffee, Kakao oder Tee mit Butter und Honig oder Ei und Brot. Diner, Table d’hote: Suppe, Vorspeise, Fleischspeise oder Braten mit Gemüse, Mehlspeise, Obst oder Dessert. Souper, Table d’hote: Fleischspeise mit Gemüse, Salat oder Kompot mit Dessert, ev. Milch- oder Eierspeise. Getränke sind in obigen Preisen nicht inbegriffen. Für Gäste, welche nicht in ganzer Pension von der Kuranstalt verpflegt werden, erhöhen sich die Zimmerpreise um 50 Prozent. Spielplätze (ausgezeichneter Lawn-Tennis-Court, Boccia, Krocket, russisches Kegelspiel, Kegelbahn, Turnplatz usw.), Billard, viele Tageszeitungen und illustrierte Zeitschriften, eine reichhaltige Bibliothek, Pianino usw. dienen zur Unterhaltung des Kurpublikums. Keine Kurtaxe! Während er Saison werden von Zeit zu Zeit gemeinsame Ausflüge und Tombolas veranstaltet. Auch besitzt Preblau eigene Jagd und forellenreiche Fischwässer.“
Auch in der Marienkapelle fand einst jeden Sonntag ein Gottesdienst statt.

Übrigens: Auch für Ausflüge und Spaziergänge wurde seinerzeit geworben. „Zur Orientierungstafel (schöner Ausblick auf die Leonharder Alm, Koralpe und Karawanken. Nach Dorf Prebl (eine halbe Stunde), mit dem alten Schloß Prebl. Nach Gräbern (eine Stunde), mit altem, poetischem Kirchlein und prachtvollen, kolossalen Linden. (Unterwegs schöne Aussichtspunkte auf das Lavanttal.) In unmittelbarer Nähe der Kurhäuser herrliche Waldspaziergänge auf gut gehaltenen Promenadewegen. Weitere Ausflüge. Ruine Twimberg, Schloß Waldenstein, frische Forellen (Zwei Stunden) Schloß Lichtengraben und zur Runie der Wasserburg Peinhof (Zwei Stdn.) Über die Linselmühle nach Wolfsberg (großes, gräflich Henckellsches Schloß, alte Stadt mit sehr interessanten Höfen, drei Stunden). Über Station Preblau – Sauerbrunn nach dem Gebirgsdorf Schiefling, von dort über Erzbergerdörfl auf den Bergkogel (drei Stunden) mit Aussicht über den Packsattel bis ins Grazerfeld. Über Wiesenau (altes gräflich Henckellsches Schloß) nach St. Leonhard (eine Stunde, altes Städtchen mit interessanter Kirche und Schloßruine). Gut markierte, gefahrlose Aufstiege auf die Koralpe (2144 m) und die näher gelegenen Saualpengipfel: Schulterkogel (1415 m), Geierkogel (1912 m), Hohenwart (1820 m), Forstalpe (2039 m), Zierbitzkogel (2397 m).“

Nach der Schließung der Kuranstalt in Preblau begannen die ehemaligen Kurhäuser, das Herrenhaus und das Schweizerhaus nahe der Marienkapelle, bald zu verfallen.
Die Beliebtheit des Wassers aus Preblau ist jedoch bis heute ungebrochen. Und schon im damaligen Prospekt wird auf die „Wasserbestellungen mit diesbezüglichen Anfragen“ hingewiesen; diese „übernimmt Brunnenversendung Preblau oder S. Ungar jr., k. u. k. Hoflieferant Wien, I. Jasomirgasse 4 (Stephansplatz)“.
Heute, mehr als 100 Jahre später, ist das „Preblauer“ österreichweit in Gastronomie und Lebensmittelhandel vertreten.
www.preblauer.com

Preblauers heutige alte Ansichten.

Die Sage zum Sauerbrunn von Preblau

Südlich von Kliening kommt der weitum bekannte Preblauer Sauerbrunn aus der Erde. Einst sprudelte hier süßer Wein aus dem Berg, doch sobald man ihn wegtragen wollte, wurde er zu gewöhnlichem Wasser, das keinerlei Geschmack mehr hatte. Das war damals ein Leben! Die Bauern des oberen Lavanttales zechten an den Sonn- und Feiertagen gerne bei diesem Weinbrunnen, und wenn ihnen der Wein zu Kopf stieg, wischpelten und sangen sie und wurden lustig und übermütig. Manchmal haben sie sich auch gegenseitig gefrotzelt, wurden zornig und kamen ins Raufen. Wem eben der Wein zu arg in den Kopf steigt, der verliert die Beherrschung über sich.

Als die Bauern wieder einmal bei der Weinquelle versammelt waren, kam ein altes Bettelmännlein vorbei und wollte auch an diesem Brunnen seinen Durst löschen. Die Bauern wehrten den Armen mit höhnischen Worten ab. Das Männlein bat flehentlich, wenigstens einen Schluck trinken zu dürfen. Aber die Bauern lachten nur: „Das ist nichts für alte Leute! So ein Wein könnte dir nur schaden!“ Noch ein drittes Mal bettelte der Alte um einige Tropfen, da er sehr durstig war. Nun schlugen die Bauern das Männlein und schrien: „Für dich ist das Wasser auch gut genug! Du brauchst keinen Wein! Den lässt der Herrgott nur für die reichen Bauern rinnen!“

Jetzt wurde der fremde Alte zornig und fluchte mit so lauter Stimme, dass die Bauern erschraken: „Weil ihr noblen Leute gar so hartherzig seid und mich nicht einmal einen einzigen Schluck Wein aus der Quelle habt trinken lassen, soll hier nicht einmal mehr ein Trinkwasser, sondern nur noch Sauerwasser aus der Erde rinnen!“ Ein Blitz fuhr aus dem klaren Himmel auf die Saualpe nieder, und das Bettelmännlein war verschwunden. Als sich die Bauern wieder zur Quelle bückten, war sie zum Sauerbrunn geworden. Und als solcher sprudelt sie seitdem aus der Erde.

Später aber hat dann auch der Preblauer Sauerbrunn den Leuten geschmeckt.

Quellen:
„Kur- und Wasserheilanstalt Preblau, Kärnten.“ (Prospekt, um 1900)
Schober, Eduard und Cederborg, Jürgen N.: „Das Lavanttal. Kärntens Paradies.“ Kärntner Druckerei: Klagenfurt 1976.

Margot Hohl

Bernd Krammer von Lovntol.at

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