Faschingsbrauchtum
Geschichte:Traditionell begann der Fasching in Kärnten am Tag nach den Heiligen Drei Königen, am 7. Jänner. Die Hauptsaison des Faschings jedenfalls beginnt am Faschingssamstag (heuer also am 13. Februar 2010) und endet strikt mit Faschingsdienstag (heuer am 16. Februar 2010). Der Donnerstag vor dem Faschingssonntag heißt übrigens auch „Foastpfingsti“. An diesem Tag war es im Lavanttal üblich, als Nachtmahl jedem vom Hausgesinde eine fette Hauswurst mit Sauerkraut zu verabreichen. Am Faschingsmontag, auch Blauer oder Sauschädelmontag genannt, und am Faschings(diens)tag ging es anno dazumal überall im Lavanttal besonders toll zu. Früher zogen die Faschingsnarren von Haus zu Haus und baten um Krapfen. Die Herkunft des Wortes „Fasching“ ist nicht restlos geklärt; der Begriff leitet sich vom bayrischen Wort „vastschang“ („Fastentrunk“) ab. Die Fähigkeit, den Fasching zu feiern und altes Brauchtum so auch im Lavanttal zu erhalten, hängt mit dem Kontrastprogramm Fasten zusammen. Dort, wo das Einhalten der Fastenzeit üblich ist, gibt es als Kontrast vorher den Faschingsbrauch. Das Tragen der Masken zu Fasching ist sehr alt. Mit den Masken wollte man ursprünglich die Wintergeister erschrecken und davonjagen. Für diese war man durch die Maske nicht erkennbar. Der Fasching war also ein „Fruchtbarkeitsbrauch“, bezog sich dabei auf den Acker und die Menschen gleichermaßen. Eine wichtige Voraussetzung für die Fruchtbarkeit, für das Wachsen und Gedeihen war das Vertreiben des Winters, der von den Wintergeistern verursacht wurde. Alte Faschingsbräuche im LavanttalSauschädelstehlen mit anschließendem Sauschädelgericht oder –ball: Das winterliche Schlachten von Schwein oder Rind war im Bauernhaus ein Fest, das Wesenszüge einer Opferhandlung erkennen lässt. Es folgte immer der Opferschmaus. Die traditionelle Festspeise war der Eberkopf. Beim Saukopfstehlen wird dem zum Abkühlen aufgehängten Schwein vom Dieb der Kopf abgeschnitten, verschleppt und in fröhlicher Runde – zu der auch der Bestohlene eingeladen wird – gegessen. Faschingsbegraben: Dieser Brauch wurde früher im Lavanttal häufiger gepflegt. Eine Gruppe von Faschingsnarren fährt mit einem Blochfuhrwerk durch die Ortschaft, schneidet Blöchlein ab und verkauft sie an die in diesem Fasching sitzengebliebenen Mädchen. Hinter dem Fuhrwerk wird auf einer Bahre eine Strohpuppe mitgetragen, der Fasching. Sie wird unter Wehklagen der Mutter des Faschings, ein in Frauenkleider auftretender Narr, zu einer Bachbrücke oder einem Brunnen befördert. Dort wird die Puppe angezündet und unter lautem Hallo ins Wasser geworfen. Mit diesem „Faschingbegraben“ ist der Fasching zu Ende. Am Aschermittwoch… Ist der Spaß vorbei, die Fastenzeit hält Einzug. Früher wurde besonders auf dem Land sehr streng gefastet. Vom Aschermittwoch (heuer am 17. Februar 2010) bis Ostern wurde auf Fleischspeisen, auch auf Tierfett, verzichtet, es wurde nur mit Butterschmalz und Leinöl gekocht. Abends wurde von allen im Haus gemeinsam ein Rosenkranz gebetet. In Vergessenheit geraten ist der alte Brauch des Aufführens eines Leidens- oder Passionsspiel, oft unter Leitung der Geistlichkeit. Übrigens: Die Wochen der Fastenzeit haben besondere Namen: Quatemberwochen, Bleamlwochen, Mittfasten, Schwarzwochen, Palmwochen und Karwochen. |