Städte Stadtgemeinden im Lavanttal
Bedeutung der Gemeindewappen

Wolfsberg


Kaiser-Franz-Josef-Quai 1
9400 Wolfsberg

Bürgermeister: Peter Schlagholz SPÖ

Die Stadtgemeinde Wolfsberg liegt mitten im Lavanttal und wird im Osten von der Koralpe (zugleich Landesgrenze zur Steiermark) und im Westen von der Saualpe begrenzt. Ihr Zentrum ist als Bezirksstadt sowohl Wirtschafts-, Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Schulzentrum, während die Peripherie durch Landwirtschaft (darunter auch Weinbau) und Fremdenverkehr bestimmt wird.

Zur Sicherung des wohl schon 1007 von König Heinrich II. dem Hochstift Bamberg geschenkten Oberen Lavanttales erbauten die Bischöfe an strategisch günstiger Stelle die 1178 erstmals genannte Burg Wolfsberg, an deren Fuß sich eine Händler- und Gewerbesiedlung entwickelte, welche ab 1275 eine Stadt im Rechtssinne war. Unter Bischof Werntho (1328–1335) wurde Wolfsberg Sitz des Vizedoms (Güterverwalter) und blieb es bis zum Verkauf der bambergischen Herrschaften an den österreichischen Staat 1759. Die im Umfang des alten Stadtburgfriedes nach 1849 konstituierte Stadtgemeinde blieb bis 1954 unverändert, erfuhr aber seitdem beständige Erweiterungen, besonders 1973, als sie mit großen Teilen der ehemaligen Gemeinden St. Stefan, St. Margarethen, Waldenstein, Frantschach-St. Gertraud, St. Michael, St. Marein und Gräbern-Prebl zu einer neuen Großgemeinde vereinigt wurde, von der sich lediglich Frantschach-St. Gertraud nach einer Volksbefragung wieder verselbständigen konnte (1997).
Wolfsberg
 


 

Bad St. Leonhard im Lavanttal

Wappen Bad St. Leonhard
Hauptplatz 46
9462 Bad St. Leonhard i.Lav.

Bürgermeister: Simon Maier (SPÖ)

Wegen des Edelmetallbergbaues entstand im Oberen Lavanttal auf dem Territorium des Bamberger Bischofs wohl im späten 13. Jahrhundert bei einer schon von Bischof Otto (1106 - 1139) geweihten Leonhardskirche im Schutze der Burg „Gomarn“ ein Markt, der bereits vor 1311 Stadtrechte erhielt, welche Bischof Heinrich 1325 bestätigte und dabei einen Burgfried verlieh. Mit dem Ende des Mittelalters sank die Bedeutung des Bergbaues und damit der 1935 in Bad St. Leonhard umbenannten Stadt. Die im 19. Jahrhundert im Umfang stark fluktuierende
Stadtgemeinde hat insbesondere 1964 und 1973 beträchtlichen Gebietszuwachs erfahren.
Bad Sankt Leonhard
 


 

St. Andrä im Lavanttal

Wappen St. Andrä
Nr. 210
A-9433 St. Andrä

Bürgermeister: Peter Stauber (SPÖ)

Die Stadt St. Andrä liegt inmitten des Lavanttales auf einer erhöhten Terrasse über dem Fluss. Das Gemeindegebiet wird im Westen von der Sau- und im Osten von der Koralpe begrenzt. Im Jahre 860 schenkte König Ludwig der Deutsche den Hof an der Lavant dem Salzburger Erzbischof, der hier bis 1803 eine umfangreiche Herrschaft mit Pflegamt besaß, 1225 ein Augustiner- Chorherrenstift (später Domstift) und 1228 das schlecht dotierte Eigenbistum Lavant (1859 nach Marburg/Maribor verlegt) gründete. Im Schutze der geistlichen Herrschaft entstand auch eine 1234 erstmals genannte Marktsiedlung, die zwar schon 1289 erstmalig als Stadt bezeichnet wurde, aber erst 1339 das Recht zu einer Ummauerung und Anlegung eines Grabens erhielt. Im 15. Jahrhundert waren Richter und Rat ebenso installiert wie ein Wochenmarkt.

Der 1850 neu konstituierten Stadtgemeinde wurden bereits 1865 die Ortsgemeinden Eitweg, Fischering und Gemmersdorf angeschlossen, die man aber 16 Jahre später als Ortsgemeinden Fischering und Eitweg (mit Gemmersdorf) wieder ausgegliedert hat. 1973 wurde St. Andrä durch die Zusammenlegung von vier Altgemeinden und dem Anschluss weiterer acht Gemeindeteile zu einer neuen Großgemeinde.
St. Andrä

Marktgemeinden im Lavanttal

Frantschach / St. Gertraud im Lav.

Wappen Frantschach - St. Gertraud
St. Gertraud 1
9413 St. Gertraud

Bürgermeister: Günther Vallant SPÖ

Die Marktgemeinde Frantschach-St. Gertraud liegt im Oberen Lavanttal und umfasst großteils das Gebiet linksseitig der hier tief ins Gelände eingeschnittenen Lavant bis zum Hauptkamm der Koralpe. Das Obere Lavanttal war seit dem frühen 11. Jahrhundert Herrschaftsbereich des Hochstiftes Bamberg; das heutige Gemeindegebiet lag aufgeteilt im Stadtgericht Wolfsberg und Landgericht Hartneidstein. 1850 konstituierten sich zunächst die drei Gemeinden Wölch, Gösel und Kamp, von denen die beiden ersteren 1954 zur neuen Gemeinde Frantschach- St. Gertraud vereinigt und 1963 um Kamp erweitert wurden. 1973 wurde die Gemeinde der Stadtgemeinde Wolfsberg einverleibt, konnte sich jedoch nach einer Volksbefragung 1991 (mit nur 50,6 Prozent Zustimmung aller Stimmberechtigten) gegen den hinhaltenden Widerstand Wolfsbergs mit 1. Jänner 1997 wieder verselbständigen. 2001 wurde sie zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde berechtigt.

Wirtschaftlich steht Frantschach-St. Gertraud seit dem Spätmittelalter im Zeichen des Bergbaues und der Eisenverarbeitung. Das Hammerwerk Frantschach, der Hammer und Hochofen von St. Gertraud und der Eisenbergbau auf der Wölch kamen 1759 vom Hochstift Bamberg an den österreichischen Staat, 1825 an die aus England stammenden Rosthorn, welche die Wolfsberger Eisenwerksgesellschaft gründeten, und 1846 an den schlesischen Unternehmer Hugo Henckel Graf von Donnersmarck, der 1847/48 in St. Gertraud einen Hochofen in Formen der Tudorgotik errichten ließ und 1882 angesichts der sich abzeichnenden Montankrise das Frantschacher Werk in eine Zellulosefabrik umwandelte.
Frantschach - St. Gertraud
 


 

Lavamünd

Wappen Lavamünd
Lavamünd 65
9473 Lavamünd

Bürgermeister: Herbert Hantinger

Die Marktgemeinde Lavamünd liegt im östlichsten Teil Kärntens an der Staatsgrenze zu Slowenien und der Landesgrenze zur Steiermark. Dem Namen entsprechend mündet hier die Lavant in die Drau, welche die südliche Gemeindegrenze bildet. 1091 schenkte Graf Engelbert von Spanheim dem von ihm gegründeten Kloster St. Paul einen Stadelhof zu Lavamünd. Am Fuße eines Schlosses entwickelte sich im 14. Jahrhundert die planmäßige Anlage eines Straßenmarktes, der durch das Zusammentreffen der Verkehrswege entlang der Lavant und der Drau als Verkehrsknotenpunkt Bedeutung erlangte und 1461 von Kaiser Friedrich III. die Blutgerichtsbarkeit verliehen erhielt. Lavamünd war im Dezember 1918 und von Ende Mai 1919 bis zur Volksabstimmung jugoslawisch besetzt. 1921 erhielt Lavamünd die nicht an Jugoslawien gefallenen Teile der Ortsgemeinde Kienberg (Katastralgemeinden Lorenzenberg und Rabenstein), 1958 einen Teil der aufgelassenen Gemeinde Legerbuch und 1958 einen Teil von Ettendorf anlässlich der Auflösung dieser Gemeinde.
Lavamünd
 


 

Reichenfels

Wappen Reichenfels
9463 Reichenfels

Bürgermeister: Manfred Führer ÖVP

Die Marktgemeinde Reichenfels ist die nördlichste Gemeinde des Lavanttales und grenzt im Norden an die Steiermark. Sie hat ihren ländlichen Charakter bis heute bewahren können, wobei die wichtigste Rolle die Forstwirtschaft spielt. Vom 11. Jahrhundert bis 1759 gehörte das Gemeindegebiet zum Herrschaftsbereich des Hochstifts Bamberg; 1958 wurde Reichenfels die Ortsgemeinde St. Peter angeschlossen.

Obwohl der Ort bereits im Laufe des 15. Jahrhunderts Marktrechte erlangte, hat erst Bischof Georg von Bamberg mit Urkunde vom 24. März 1557 Richter, Rat und Gemeinde von Reichenfels auf deren Bitte das Recht gewährt, bürgerliche Kontrakte über Kaufshandlungen von Realitäten und Geburtsurkunden mit einem eigenen Marktsiegel zu unterfertigen.
Reichenfels
 


 

St. Paul im Lavanttal

Wappen St. Paul
Gemeindeamt Hauptstraße 10
9470 St. Paul im Lavanttal

Bürgermeister Ing. Hermann Primus (SPÖ)

Die Marktgemeinde erstreckt sich im Unteren Lavanttal vom Haberberg im Westen bis teilweise über die Lavant im Osten. Seit jeher spielte die Landwirtschaft und hier vor allem der Obstbau eine zentrale Rolle, doch profiliert sich St. Paul in den letzten Jahrzehnten mit der Benediktinerabtei als „Schatzhaus Kärntens“ verstärkt als Sommerfrische und Ausflugsziel. Im Jahre 1091 hat Graf Engelbert von Spanheim anstelle einer Burg Lavant bei einer schon bestehenden Paulskirche das Benediktinerkloster gestiftet und mit Mönchen aus dem Reformkloster Hirsau im Schwarzwald besiedeln lassen. Das durch Stiftungen geförderte Kloster entwickelte sich vor allem seit dem 17. Jahrhundert zum kulturellen Mittelpunkt des Unteren Lavanttales, fiel aber 1787 der Aufhebungswelle Kaiser Josephs II. zum Opfer und wurde 1809 von Mönchen aus dem aufgehobenen Kloster St. Blasien am Oberrhein neu besiedelt, die ihre einzigartigen Kunstschätze mitbrachten und im Markt ein Gymnasium samt Konvikt einrichteten.

Am Fuße des Klosters entwickelte sich aus einem Dörflein (villula) Brugga, das auf die Brücke über den Granitzbach Bezug nimmt, eine Gewerbe- und Händlersiedlung, die schon in den päpstlichen Bestätigungsurkunden seit 1184 als villa, quae forum dicitur (Markt genanntes Dorf) bezeichnet wird.

1255 verlieh Herzog Bernhard den Bewohnern dieselben Rechte, wie sie dem St. Paul gehörigen steirischen Markt St. Lorenzen (in der Untersteiermark, heute Slowenien) zustanden. Die örtlichen Ackerbürger errangen schrittweise die Selbstverwaltung mit einem Marktrichter und einem Marktburgfried (Niedergerichtsbezirk). Die 1850 neu konstituierte Marktgemeinde wurde im Nationalsozialismus 1941 in Spanheim umbenannt (1946 rückgängig gemacht). 1957 um die sogenannte „Teufelsinsel“ im Osten und um einen Teil der aufgelösten Ortsgemeinde Legerbuch vergrößert, ist St. Paul vor allem durch die Gemeindestruktur-Reform 1973 um große Teile der ehemaligen Gemeinde Granitztal sowie um Teile von Ettendorf und St. Georgen gewachsen, wenngleich sich St. Georgen 1991 wieder verselbständigen konnte.
St. Paul im Lav.

Gemeinden im Lavanttal

Preitenegg

Wappen Preitenegg
Gemeindeamt: Nr. 5
9451 Preitenegg

Bürgermeister: Franz Kogler (ÖVP)

Die Gemeinde Preitenegg liegt im Oberen Lavanttal im Nordosten Kärntens und besitzt Mittelgebirgscharakter. Der Packsattel (1169 m) bildet zugleich die Grenze zur Steiermark. Das traditionell von Land- und Forstwirtschaft und im 20. Jahrhundert verstärkt vom Fremdenverkehr geprägte Gebiet besaß seit alters her mit der Pack einen wichtigen Übergang in die Steiermark, der allerdings bis ins 18. Jahrhundert nur als Saumweg und danach als einfache Fahrstraße bestand. Erst 1930 bis 1936 wurde die heutige Packer Bundesstraße erbaut. Von dieser zweigt auch die früher bedeutendere Hebalmstraße Richtung Deutschlandsberg ab. Seit der Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts entlastet die A-2-Südautobahn die Gemeindebewohner vom immer stärkeren Transitverkehr aus dem Osten Europas; sie ist mittlerweile auch einer der wichtigsten Arbeitgeber der Gemeinde.

Der namengebende Hauptort der Gemeinde ist ein Kirchdorf, das stark von der Passstraße geprägt war (Gaststätten, Kleingewerbe). Die 1288 erstmals geweihte Pfarrkirche in der Ortsmitte, eine spätromanische Chorturmkirche, ist dem heiligen Nikolaus geweiht und mit bemerkenswerten Barockwerken ausgestattet.
Preitenegg
 


 

St. Georgen im Lav.

Wappen St. Georgen
Dorfplatz 10
9423 St. Georgen im Lavanttal

Bürgermeister: Karl Markut

Die Gemeinde St. Georgen erstreckt sich im Unteren Lavanttal zwischen dem Ufer der Lavant und dem Kamm der Koralpe, welcher auch die Landesgrenze zur Steiermark bildet. Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich strukturiert, wobei der Obstbau und die Mostverarbeitung eine große Rolle spielen, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten auch auf den sanften Tourismus spezialisiert.

Das historische Verwaltungszentrum auf Gemeindegebiet war die vermutlich von Gefolgsleuten des Salzburger Erzbischofs errichtete Burg Stein, die nach jahrhundertelangem Verfall in den letzten Jahren wieder bewohnbar gemacht wurde. Die im 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Pettau befindliche Burg besaß jedoch nur einen Burgfried (Niedergerichtsbezirk). Die bereits 1184 urkundlich genannte Pfarrkirche St. Georgen unter Stein bzw. am Steinberg (womit die Burg gemeint ist), die dem Ort und der Gemeinde letztlich den Namen gegeben hat, war zunächst wohl eine Eigenkirche der Burgbesitzer, wurde aber schon 1245 dem nahe gelegenen Kloster St. Paul inkorporiert. Dieses hatte später in St. Georgen einen eigenen kleinen Burgfried im Umfang von 1,4 ha mit Kirche, Pfarrhof und zwei bäuerlichen Untertanen! 1850 konstituierten sich auf heutigem Gemeindegebiet zunächst die drei Ortsgemeinden Steinberg, Herzogberg und Paierdorf, die allerdings schon 1865 zur neuen Ortsgemeinde St. Georgen zusammengeschlossen wurden. Bis zum Jahre 1957, als Teile der Katastralgemeinde Raggane nach St. Paul kamen, blieben die Gemeindegrenzen unverändert. 1973 wurde St. Georgen mit der Marktgemeinde St. Paul vereinigt, konnte sich aber nach einer Volksbefragung 1991 wieder verselbständigen und erhielt im folgenden Jahr den Namen St. Georgen im Lavanttal.
St. Georgen / Lav.
 


 

Neuhaus (Völkermarkt)

Wappen Neuhaus / Völkermarkt
Neuhaus 12
9155 Neuhaus
Bürgermeister:
Gerhard Visotschnig (SPÖ)

Die Gemeinde Neuhaus liegt im Südosten Kärntens an der Grenze zu Slowenien und wird im Norden durch die Drau sowie im Süden durch den Bergzug des Kömmel begrenzt. Das Gebiet ist traditionell überwiegend agrarisch geprägt. 1850 konstituierten sich auf heutigem Gemeindegebiet die beiden Ortsgemeinden Leifling und Schwabegg, von denen letztere 1870 an Moos (bei Bleiburg) angeschlossen, nach zehn Jahren jedoch wieder abgetrennt wurde. Die Ortsgemeinde Leifling hat trotz der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 bei der endgültigen Grenzziehung 1959 ha mit 953 Einwohnern an Jugoslawien abtreten müssen (1922). Bereits 1939 wurden Leifling und Schwabegg unter Wahrung ihrer Selbständigkeit zu einer gemeinsamen Bürgermeisterei zusammengefasst und schließlich im Jahre 1958 zur neuen Ortsgemeinde Neuhaus vereinigt.

Namengebend für die neu geschaffene Gemeinde wurde die in beherrschender Lage über dem Dorf und heutigem Gemeindehauptort von Ministerialen der Grafen von Heunburg errichtete Burg, die man seit 1278 zur Unterscheidung von der Bleiburg als „neues Haus“ bezeichnet hat. Im 16. und 17. Jahrhundert zum Renaissanceschloss ausgebaut, war Neuhaus um 1600 in den Besitz der Paradeiser gekommen, die sich daraufhin „Herren zu Gradisch und Neuhaus“ nannten. 1988 erwarb der Industrielle Herbert Liaunig das Schloss und ließ es aufwändig renovieren sowie mit Kunstwerken ausstatten. Auch der Pregelhof, wo der Komponist Anton von Webern (1883–1945) aufwuchs, und das Barockschloss Leifling nahe der Staatsgrenze sollen hier erwähnt werden.
Neuhaus / Völkermarkt

 

Die Gemeinden im Lavanttal auf lovntol.at