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Pilgerweg Benedikt beWEGt

Pilgerweg Benedikt beWEGt im Lavanttal

Übersicht des 190km langen Benediktweges von Spital am Pyhrn nach St. Paul im Lavanttal.
Das Symbol des Benedikt Weges mit Abt Dr. Heinrich Ferency
Das Symbol des Benedikt Weges mit Abt Dr. Heinrich Ferency

Ursprung des Benediktweg

Kaiser Josef II. hat im Jahre 1787 das Kloster St. Paul aufgehoben. 1809 wurde das Kloster durch Mönche, die aus St. Blasien vertrieben wurden und in Spital a. Pyhrn Zwischenstation gemacht hatten, wiederbesiedelt. Am 15. April 1809 um sieben Uhr abends wurde Fürstabt Dr. Berthold Rottler in St. Paul mit Böllerschüssen herzlich empfangen. Aus Anlass der 200. Wiederkehr dieser Wiederbesiedlung veranstaltet das Benediktinerstift St. Paul 2009 eine Europaausstellung. Zusätzlich wurde das Projekt „Benediktweg“ von Mag. Leitner mit starker Unterstützung des Konventes von St. Paul gestartet.

Name „Benedikt beWEGt“

Der Weg, den die Pilgergruppe anlässlich der 200. Wiederkehr der Besiedlung des Klosters St. Paul im Jahre 2009 gehen, hat den Namen „Benediktweg“ erhalten. Er ist als über 190 km langer Pilgerweg eingerichtet. Der Weg ist ein Teil eines Netzwerkes von Pilgerwegen in Österreich, Slowenien und Friaul. Auf diesem Weg gibt es drei Benediktinerklöster, Admont, Seckau und St. Paul, die jeweils eine höhere Schule betreuen.

Marschroute und Etappenziele (siehe Karte):

Spital am Pyhrn – Admont – Hohentauern/St. Johann am Tauern – Seckau – Maria Buch – Bad St. Leonhard/Wolfsberg – St. Paul.

  • Ehrenschutz und Patenschaften: Der Abt von St. Paul Dr. Heinrich Ferency hat für das Projekt Benediktweg den Ehrenschutz übernommen.
  • Spirituelle Betreuung: Dekan Mag. P. Siegfried Stattmann
  • Projektleiter: Mag. Ernst Leitner

Logo des Bendediktweges

Für den Benediktweg wurde von Mag. Dr. Katzenberger und Mag. Ernst Leitner ein Logo entworfen. Das Logo enthält das typische Rot-Weiß-Karo des Stiftswappen von St. Paul, sowie das Doppelkreuz (Zeichen für das göttliche und menschliche Wesen Christi), das sowohl auf der Stiftskirche in St. Paul und in Spital am Pyhrn zu sehen ist.

Zentralmotiv: Das Zantralmotiv ist ein Bild von Hr. Silvio Pecoler welches den Marsch der Mönche darstellt.

St. Paul als Knoten von Pilgerwegen

St. Paul mit seinem Kloster soll zukünftig als Knotenpunkt von Pilgerwegen dargestellt werde. Es gibt derzeit im Raum St. Paul bereits einige Pilgerwege bzw. sind solche im Entstehen.

Zum Beispiel: Weinberg-Johannesberg-Josefberg am Dreinagelfreitag, Weg der Toleranz nach Dravograd, Slomsek-Weg nach Marburg oder der bekannte "Kärntner Pilgerweg nach Mariazell".Dieser Weg verläuft von Klagenfurt u.a. über den "Siebenhügelweg" zum Johannesberg, weiter nach Lavamünd und über Soboth nach Eibiswald, von wo aus er seine Fortsetzung über Graz nach Mariazell findet. Mitte 2012 wurde der Pilgerweg bis nach Gornji grad verlängert.
Oder der Marienpilgerweg von Maria Rojach nach Maria Luggau.

Karte des Benediktweges

Die Karte entspricht nicht den exakten Weg sondern dient nur als Übersicht

A - Spital am Pyhrn, B - Admont, C - Sankt Johann am Tauern, D - Seckau, E - Maria Buch, F - Bad Sankt Leonhard im Lav., G - Wolfsberg, H - St. Paul im Lav.

NameAdresseLinks

Benedikt beWEGt

190km
Stiftspfarre St. Paul
9470St. Paul

www.benedikt-bewegt.at

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„beWEGt! - Pilgern mit Jugendlichen

„beWEGt! - Pilgern mit Jugendlichen

„Das war der Benediktmarsch – eine Nachbetrachtung aus Sicht der TeilnehmerInnen“

40 PilgerInnen, 6 Tage, 150 km - auf diese kurze Formel lässt sich dieses Unternehmen zusammenfassen. Aber es beinhaltete viel mehr. Gefühle die bewegten, Gedanken, die durch den Kopf gingen. Davon soll hier erzählt werden.
Maria Maro aus St. Paul, eine jugendliche Pensionistin, führte Tagebuch:

20. April Spital am Pyhrn

um 15.30 Uhr fahren wir braven Pilgersleute vom Bahnhof in St. Paul nach Spital am Pyhrn ab. Um 19 Uhr treffen wir uns alle vor der Barockkirche zum Fototermin – wir sind 40 Pilger und P. Siegfried mit P. Johannes und Frater Christian. Danach geht es in den Barocksaal zum Empfang. Beim Betreten des Saales erhaschen wir einen Blick auf ein herrliches Buffet .......

21. April Spital - Admont

.....beim Frühstück erhält jeder Pilger ein rotes oder blaues Halstuch mit dem Pilgeremblem draufgestickt und in der Kirche erhalten wir die gesegneten Benediktkreuze, alle mit Namen versehen, aber nicht mit dem jeweiligen eigenen – wir müssen dann unterwegs untereinander das richtige Kreuz suchen – eine lustige Idee! Mit dabei ist auch ein ORF Kärnten-Filmteam – „nicht in die Kamera schauen“ – ...Wir gehen auf dem Radweg von Liezen bis nach Ardning und halten eine kleine Rast unter der Dorflinde mit Blick auf die Wallfahrtskirche Frauenberg. Vor der Kirche filmt uns der ORF wie schon in Spital, wo uns das Filmteam querfeldein über eine Wiese marschieren ließ..... es ist angenehm zu wandern, die Sonne lacht zwischen ein paar Wolken hervor und ein leichter Wind bläst uns entgegen.........Von weitem schon lachen uns die Türme der Stiftskirche von Admont entgegen und beim Einmarsch läuten alle Kirchenglocken und wir werden vom Abt des Stiftes Admont und seinen Patres empfangen. Mir rinnen die Tränen der Rührung über die Wangen.

22. April Admont - St. Johann am Tauern

......P. Siegfried sagt, die Trillerpfeife von Ingrid (Mahkovec) kommt in die Vitrine bei der Europaausstellung. Sie pfeift nämlich immer, wenn zwischendurch wieder eine Pause fällig ist.......Beim Aufstieg zur Kaiserau finden wir einen 1 m hohen Christbaum – komplett aufgeputzt mit Kerzen, Silberschmuck – was die Leute so alles wegwerfen! ...... Ein großes Hallo löst der erste Blick auf Trieben aus und gleich darauf Frau Posch, die Gattin des Admonter Bürgermeisters. Sie bringt ofenfrischen Apfelstrudel – ein Blech voll – Kaffee und Säfte mit dem Auto nach und wir jausnen im Grünen. Mit 2 Kärntnerliedern verabschieden/bedanken wir uns.......Kurz nach 1 Uhr mittags kommen wir im Gasthaus „Triebnerhof“ an. Wir sitzen im Gastgarten an der Sonne – es ist herrlich warm, blauer Himmel und beste Laune rundum, obwohl der Anstieg nach Hohentauern entlang des Triebenbaches noch bevorsteht........In St. Johann empfängt uns eine überaus nette, engagierte Frau Bürgermeister und ein junger, dynamischer Pfarrer Heimo Schäffmann aus Pöls, der sich später mit dem Hinweis verabschiedet, er werde morgen die „Englein abstauben“, soll heißen er nimmt den Erstkommunionkindern die erste Beichte ab! Wir zerkugeln uns über diesen Ausdruck........In der Nacht höre ich den Fußboden knarreund denke es ist jemand im Zimmer. Dabei klopfen die Regentropfen an die Fensterscheiben ......

23. April St. Johann am Tauern – Seckau

....Wir wandern bei wolkenverhangenem Himmel und leichtem Schneegraupeln auf das Sommertörl in 1644 m Seehöhe....In der Gaal beim Gasthof Lasser bekommen wir zu Mittag eine köstliche gebundene Hühnersuppe mit Bröselknödeln serviert...... Kurz vor Seckau kommt über die Wiese eine junge Frau mit zwei Kindern auf uns zu – in der Hand ein Tablett mit Stamperln und eine Flasche Obstler. Das weckt die Lebensgeister wieder....Die letzten paar Schritte auf die Anhöhe machen wir noch, da grüßen uns endlich die Türme der Abtei Seckau. Wir werden wieder mit großem Glockengeläute und unter Applaus empfangen und mich überkommt wieder die Rührung. Auch Kati und Hermann (Andrecs ) sind da.

24. April Seckau – Maria Buch

Tagwache um 5.30 Uhr. Heute Nacht gab es strenge Trennung – die Männlein mussten im Kloster übernachten, die Weiblein kamen ins Schwesternhaus und die Ehepaare ins Familiengästehaus...... ....Wir erreichen die Kalvarienbergkirche – kurze Andacht – und die Aussichtstürme auf dem Tremmelberg. Leider haben wir Nebel nach dem Regen in der Nacht, sonst hätten wir eine herrliche Aussicht auf Maria Buch.... Durch die lange Brunnenkreuzallee erreichen wir den „Bachwirt“ in Knittelfeld. Als in Zeltweg noch Formel -1 gefahren wurde, waren hier die Rennfahrer einquartiert. Heute geht´s langsamer, vor allem bei der Zahlerei hapert es; und draußen wartet der ORF Steiermark für Filmaufnahmen für „Steiermark heute“. .... Auf dem Weg nach Möbersdorf begleiten uns die Aussichtstürme am Tremmelberg, wir sehen Zeltweg am anderen Ufer der Mur. Die letzten Kilometer geht es wieder durch die Felder, wir spüren die Füße, aber das Wichtigste: Maria Buch kommt immer näher..... Mit dem Cimenti-Bus fahren auch die 12 SchülerInnen mit ihrem Prof. Unterluggauer vom Gymnasium St. Paul wieder nach Hause. Marschierten heute sehr tapfer mit uns mit – Kunststück: Jugend !

25. April Maria Buch – Bad St. Leonhard

…Unter der Burg Eppenstein geht es weiter zur “Schenkelwirtin” (einst ein beliebtes Gasthaus). Bei der Kathalschmiede sehen wir schon den Zirbitzkogel .... Über den Obdacher Sattel gehen wir durch den kühlen Wald und an der steirisch-kärntnerischen Grenze stimmen wir „Jo grüaß enk Gott“ zur Begrüßung der Heimat an. Nach der Erfrischungspause beim Hirschenwirt in Reichenfels, wo uns der neue Bürgermeister Manfred Führer empfängt, geht es leicht bergab weiter und bald tauchen die Kirchentürme von Bad St. Leonhard auf. Wir marschieren vorbei an der Trasse für die Umfahrung und sehen das neue Thermalbad. In der Kunigundekirche singen und beten wir und am Schluss hören wir ein erfrischendes „super“ durch die Kirche schallen- ein kleines Kind hat uns dieses Lob gespendet! Es war heute die längste Etappe – 30,5 km.

26. April Wolfsberg – St. Paul

...Um 6 Uhr sind wir wieder unterwegs – auf der letzten Etappe nach St. Paul. Links der Lavant eilen alle der Hilde (Köstinger) nach – als hätte sie einen Turbo eingebaut..... Es ist 9 Uhr als wir das Stift St. Paul erstmals sehen. Vorbei an der großen Bahnbaustelle erreichen wir die Allersdorfer Brücke. Ein Abschlussfoto wird noch geschossen, Tücher und Kreuze richten, fertig zum Einmarsch. Die große Paula läutet. Durch die Hauptstraße kommen wir zum Lobisserplatz. Die Leute grüßen uns freundlich und vom St.Blasienplatz her applaudieren die St. Blasianer Wanderer. Wir sind alle stolz und froh, die 150 km geschafft zu haben. ...Und dann der Einzug in die schon volle Stiftskirche. Durch das Spalier der Festgäste gehen wir zu unseren reservierten Plätzen. ...Während im Stiftshof die Eröffnungsreden geschwungen werden sitzen wir im Zelt auf der Stiftsterrasse. P. Siegfried und Ernst (Leitner) verteilen die Pilgerurkunden. Spontan stehe ich auf und bedanke mich für die wirklich tolle Organisation des Marsches. ......Dann beginnt der herzliche Abschied von allen Pilgerkameraden. Ein bisschen wehmütig ist mir zumute, ein schönes Erlebnis ist zu Ende. Ich habe Gemeinschaft, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, ein Willkommensein gespürt, das ich für mein weiteres Leben in schöner Erinnerung behalten werde. ...Und doch ist es schön, wieder im eigenen Bett zu schlafen!
Die folgenden Gedanken der TeilnehmerInnen sind sehr persönlich und daher großteils ohne Namensnennung angeführt. Johann Maier, 79, ältester Teilnehmer: „ Für mich persönlich war dieser Benediktweg ein Dank – und Bittweg. Dank für alle Gnaden die uns geschenkt werden in diesem irdischen Leben. Vielleicht sollte man wirklich öfters „die Stille hören“(Aufforderung des Admonter Abtes Bruno). Sie bringt uns manchen Trost und gute Gedanken.

  • ... „nach dem Abendlob in Maria Buch war ich richtiggehend aufgewühlt und emotional stark angegriffen. Ich schaffte es vorerst nicht, beim Marienaltar eine Kerze anzuzünden. Eine Mitpilgerin erkannte meinen inneren Aufruhr, setzte sich zu mir und umarmte mich.
  • ...beim Einzug in die Stiftskirche St. Paul war bei mir auch etwas Stolz dabei. Stolz, für etwas zu stehen, etwas geschafft zu haben. In diesen Tagen ist mir klar geworden, was im Leben wirklich wichtig ist; und ich habe die Sicherheit gewonnen, dass jemand da ist, der sich meiner annimmt, der mich versteht.“
  • … Es war mir ein Bedürfnis, das Kreuz eine Strecke zu tragen, weil es mir - unserer Familie - durch den Tod unserer Tochter auferlegt wurde.
  • … Oft denke ich noch an die Worte des Abtes von Admont: HÖRST DU ? HÖRST DU DIE STILLE?
  • … Es würde mich freuen, wenn diese Idee eine Fortsetzung findet und ich mit 60 + -so Gott will - dabei sein darf beim Aufbrechen und Ankommen.
  • … Ich wollte wissen wie es mir geht, wenn ich eine ganze Woche unterwegs bin. Das Gute daran war, ich hab die ganze Woche nur Positives dabei gelernt. Konnte richtig vom Alltag abschalten und es ging mir dabei sehr gut.
  • … Mir tat es wirklich gut und ich denke oft an euch sangesfreudige Kärntner. Auf jeden Fall werde ich wieder einmal einen Pilgermarsch mitmachen.
  • … Wir sind mit unseren Gedanken noch oft am Weg. Denken gerne an die schöne Gemeinschaft in der Gruppe zurück, wir haben tolle Menschen mit ihren verschiedenen Gedanken kennen gelernt.
  • … Schön war für uns auch die geistliche Begleitung auf langen Abschnitten des Weges. Wir haben viel über die Benediktiner von früher und heute erfahren.
  • … P. Siegfried Stattmann hatte die spirituelle Begleitung übernommen und machte den Benediktinerregeln sehr große Ehre. Die gemeinsamen Stundengebete (Morgen- u. Abendlob) waren gute Impulse, die uns durch den Tag trugen bzw. den Tag abrundeten.
  • … Die Andenken (Pilgerkreuz mit Namensgravur und Halstuch, Urkunde) werde ich sicherlich in Ehren halten, mich gerne immer wieder an meine 145.000 Schritte erinnern, die ich an diesen fünf Tagen gemacht hatte, wobei mir meine Energie, die ich entwickelt hatte, hoffentlich lange erhalten bleiben wird.
  • … Am Benediktmarsch hat mir besonders das Harmonische sehr gut gefallen, alles war so friedlich. Überall sind wir so herzlich und feierlich empfangen worden. Ich werde das sicher nie vergessen, weil ich alles tief in meinem Herzen trage.
  • … Wir pilgerten mit Begeisterung und tankten wieder Kraft für neue Aufgaben in unserem Seniorendasein. Besonders beeindruckt waren wir von dem großartigen Gemeinschaftssinn, der unter den Pilgern am Benediktweg herrschte.
  • … Die Einstimmungen am Morgen und das Dankgebet am Abend haben mich bewegt. Und die lange Strecke gab Zeit die Landschaft zu bewundern, die Gemeinschaft zu erleben und auch die Gedanken auf Wesentliches zu lenken. Klein kam ich mir vor neben Hans Maier, der nicht nur alle Etappen großartig meisterte, sondern streckenweise als ältester Pilger (79 Jahre) auch noch das Kreuz trug.
  • … Auf dem Weg nach St. Paul entdeckte ich eine ganz neue Landschaft linksseitig der Lavant. Auf dieser letzten Etappe spürte man den Sog des Stiftes.
  • ... Ein müder Wanderer fühlt sich getragen von der Gemeinschaft zum gemeinsamen Ziel.
  • … Möchten euch auch noch einmal für die nette Aufnahme, und die ganze gute Organisation danken. Der BENEDIKTWEG war für uns in jeder Hinsicht eine schöne Bereicherung.
  • … Beim Einmarsch in Admont läuteten alle Kirchenglocken und wir wurden vom Abt des Stiftes und seinen Patres empfangen. Mir rannen die Tränen der Rührung über die Wangen.
Bernd Krammer von Lovntol.at

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