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Pfarre St. Leonhard

Pfarre St. Leonhard im Lavanttal

Die Kirche St. Leonhard mit seinen Filialkirchen und dem Leonharditag am 6. November.
Kirche Bad St. Leonhard
Name Adresse Links

Pfarre St. Leonhard

Hauptplatz 59
9462 Bad St. Leonhard
Tel.: 04350 / 2259

www.kath-kirche-kaernten.at

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Ansprechpartner

  • Pfarrer Kons. Rat Walter Oberguggenberger
  • Pastoralassistentin Angela Münzer, BEd
  • PGR-ObmannErich Kienzl

Anbetung: 20. Juni

Patrozinium der Pfarrkirche: Heiliger Leonhard

Filialkirchen

Kapellen

  • Spitalkirche

Gottesdienste

siehe Pfarrblatt

Leonhardikirche in Bad St. Leonhard / Lavanttal

Bischof Dr. Alois Schwarz nennt sie „eine der schönsten und wertvollsten Kirchen Österreichs“: Die Leonhardikirche in Bad St. Leonhard als prächtiger Gotikbau birgt echte Kunstschätze. Vor Einbrüchen sichert man sich durch ein ausgeklügeltes Alarmanlagensystem. Und durch Hildegard Bauer, die seit über 30 Jahren um Gottes Lohn ein wachsames Auge auf die Kirche hat.

Der Schmerzensmann vor dem Friedhofstor harrt seiner Befreiung. Den Kopf leicht geneigt, an Händen gefesselt, mit schmerzlichem Blick. Der mächtige, eigenwillige weiße Kirchturm wacht über ihm. Ein ewiges Bild. Beim Heiligen Leonhard ist der steinerne Geselle aber ganz gut aufgehoben, sagt Hildegard Bauer: "Er ist der Patron der unschuldig Gefangenen." Deshalb auch die sagenumwobene geschmiedete Kette, die die Außenmauer des Wahrzeichens von Bad St. Leonhard umspannt. Sonderbare Dinge sollen der Schmiedekette vorausgegangen sein: So besagt die Legende, dass die Türken, als sie 1480 bis in das Obere Lavanttal streiften, den Bauern und Schmied Sturm an einem Pferdeschweif mit sich führten. Wo jetzt das „Zaunerkreuz“ steht und man die Leonhardikirche erblickt, gelobte der Gefangene, im Falle seiner Befreiung eine Kette zu schmieden, die diese Kirche umspannen sollte. „Reste der Schmiede auf der Obdacher Höhe sind heute noch zu erkennen. Die Kette hat die Kirche ursprünglich dreimal umgeben“, sagt die gebürtige Reichenfelserin, die seit 52 Jahren in Bad St. Leonhard lebt, auf dem stufigen Weg zum Kirchenportal.

Der Schlüssel knackt im Schloss des großen hölzernen Seitentors, und gibt den Weg frei in das Innere: Aller Glanz vergangener Zeiten hat sich hier bis heute bewahrt, ruhmreiche Kleinode geben sich hier ein Stelldichein. Und werden nicht nur von Seilen und Alarmanlagen sowie versperrten Türen, sondern vor allem von Hildegard Bauer streng gehütet. Die leuchtend bunten Glasgemälde als Fenstern, 139 Scheiben noch aus dem 14. Jahrhundert stammend, tauchen die dreischiffige Basilika an diesem sonnigen Nachmittag in ein mystisches Licht. „Während des Krieges hat man sie ausgebaut und in einem Salzburger Bergwerkstollen geschützt“, erzählt Hildegard Bauer, die auch besonders stolz ist auf zwei gotische Altäre und die sitzende Madonna aus dem 14. Jahrhundert. Ein Annenaltar, ein Antonius-Altar, ein Marienaltar und ein Katharinenaltar aus dem 18. Jahrhundert verschönern die Seitenschiffe.

Michael mit der Seelenwaage ziert ein Fresko und einen Teil des Hochaltars, der in Schwarz-Gold gehalten ist. Zweifellos: Bad St. Leonhards reiche Vergangenheit im Goldbergbau hat sich in dieser Kirche erhalten. Vorne, nahe des Altars, ein paar Reihen quer zum Kirchenvolk gestelltes Chorgestühl. Bauer: „Vor 50 Jahren noch hat jeder einen bezahlten Sitzplatz gehabt. Dort vorne saßen Geistliche und andere Persönlichkeiten.“ Wenige Meter weiter, in der Mitte des Hochaltars, der Heilige Leonhard, umgeben von den Heiligen Laurenzius, Katharina, Barbara, Michael, Sebastian, Rochus, Florian und dem deutschen Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde. An der Seite führen vier kleine Fensterchen zum Turm, der in seiner Geschichte schon zwei Brände überstehen musste. So wie man ihn heute kennt, besteht er seit 1930.

Der weitaus älteste Teil der Kirche beim Haupttor, das nur zu besonderen Anlässen als Ein- und Ausgang genutzt wird, stammt aus der Romanik, gleich in der Nähe der Taufstand mit der rundherum eingemeiselten Schrift „Ave Maria“ ist dreihundert Jahre jünger.
Die Kanzel aus dem Jahr 1779 ist bis heute prunkvoll erhalten. Am Schalldeckel Glaube, Liebe und Hoffnung plastisch dargestellt, am Gesimse Petrus und Paulus inmitten goldglänzender Reliefs. Nur das Schwurkreuz, das da von einer scheinbar aus dem Nichts greifenden Hand jäh in die Höhe gestreckt wird, mutet doch etwas unheimlich an. „Ich hatte auch immer ein bisschen Angst davor, aber der damalige Pfarrer hat gesagt: ,Da herinnen passiert dir nichts.’“, erzählt Bauer.

Und doch: Seit ihrer jüngsten Renovierung im Jahr 1952 sind der Leonhardikirche schon einige ihrer Kostbarkeiten abhanden gekommen. Einbrüche machen dem Heiligen Leonhard und seiner Helferin Hildegard Bauer das Leben schwer. „Von jedem Altar fehlt schon ein Stück. Aber jetzt ist alles wohl gesichert. Es muss halt immer jemand aufpassen.“ Und: „Meine Großmutter habe ich sehr verehrt. Sie war am Leonharditag geboren und sehr gläubig. Ich weiß, sie schaut auf mich.“ So hat es Hildegard Bauer doch schon mit manchem Einbrecher aufgenommen und ist der Kriminalpolizei – im guten Sinne – also längst keine Unbekannte mehr. „Der Kommissar hat mich schon gefragt, ob ich keine Angst habe. Aber ich habe schon meine Platzerln, wo ich warte, wenn die Alarmanlage losgeht.“ Denn: „Ich werde gerufen“, sagt Hildegard Bauer. Und so werden kostbare Schätze mit Gottes Hilfe behütet.

Galerie der Pfarre Bad St. Leonhard

  • leonhardi-hochaltar
  • leonhardi-kirchturm
  • hildegard-bauer

Zum Heiligen Leonhard von Limoges

Der Schutzpatron der unschuldig Gefangenen und der Tiere stammte aus einer fränkischen Adelsfamilie und lebte am Merowingerhof. Später lebte als Einsiedler mit Tieren, dann als Mönch und erster Abt in einem Kloster. Er soll Wundertaten vollbracht haben, hat Blinde geheilt, gilt als Helfer der Schwangeren und als Erlöser aus Ohnmacht und geistiger Umnachtung. Der heilige Leonhard starb am 6. November 559. Deshalb wird am diesem Tag sein Patroziniumsfest gefeiert. Seit dem 13. Jahrhundert wird er als Benediktinerabt mit Stab, Buch und Kette dargestellt. Die Kette steht für die Befreiung der Gefangenen.

Brauchtum zu Leonhardi

Am Leonharditag (6.Nov.) pilgerten die Bauern aus dem Oberen Tal zahlreich zur Leonhardikirche in Bad St. Leonhard, um den Gottesdienst zu besuchen. Eiserne oder hölzerne Haustierfiguren, die ihnen von der Kirchenverwaltung gegen ein entsprechendes Opfergeld überlassen wurden, trugen die Bauern um den Altar herum. Die Figuren wurden zuletzt als Opfer auf einen neben dem Altar bereitgestellten Tisch gelegt. Früher wurde der Weg zum Altar meist auf Knien rutschend zurückgelegt. Die Bauern glaubten, auf diese Weise ihr Vieh für das nächste Jahr vor Unglück und Krankheit schützen zu können.

Siehe auch Kirchenführung in der Leonhard Kirche

Margot Hohl 2007 für die WZ

Bernd Krammer von Lovntol.at

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