Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal

Das Abtei besitzt eine der größten Kunstsammlungen in Europa. Es wird das 'Schatzhaus Kärntens' genannt.

Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal

Das Benediktinerstift in St. Paul im Lav.

1091 wurde das Stift von den Spanheimern gegründet und seitdem leben und wirken hier die Benediktiner. Durch die wechselvolle Geschichte war die Abtei immer ein Brennpunkt der Liturgie, Wissenschaft und künstlerischen Entfaltung. Die Klostergemeinschaft bietet auch Einkehr- und Stille- suchenden Menschen unserer Tage verschiedene Möglichkeiten an.

Herz und Mitte des heute barocken Ensembles ist die romanische Basilika mit ihrem berühmten Freskenschmuck. Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert. zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Sakralbauten Österreichs. Nach dem Brand von 1367 wurde ein gotisches Gewölbe eingefügt, das 44 Fresken der Südtiroler Meister Friedrich and Michael Pacher zeigt. Hervorragend ist auch das große Stifterfresko des Meisters Thomas von Villach, das am Ende des 15. Jahrhunderts entstanden ist und die Stifterfamilie darstellt. Die Einrichtung der Kirche stammt vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert und zeigt sehr qualitätvolle Arbeiten des steirischen Künstlers Philipp Jakob Straub.

Eine der umfangreichsten Kunstsammlungen Europas verleiht dem Stift zurecht das Prädikat "Schatzhaus Kärntens".

Die ehemaligen Repräsentationsräume des Stiftes dienen heute als Areal des Stiftsmuseums, das in seiner Bedeutung zu den wertvollsten privaten Sammlungen Österreichs zu zählen ist. In den Sälen des Museums, die teilweise mit wertvollen Holzdecken aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet sind, werden hervorragende Kunstschätze europäischer Qualität gezeigt. Eine Gesamtfläche von fast 3.000 m² steht dem musealen Bereich des Stiftes zur Verfügung. Das Spektrum der ausgestellten Objekte reicht von mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten und Textilien über renaissancezeitliche und barocke Kostbarkeiten, bis hin zu einer der bedeutendsten Handschriftensammlungen der Welt. Eine wertvolle Gemäldegalerie mit Werken von Rubens, Van Dyck, Holbein, Leonardo da Vinci bis hin zum letzten großen Barockmaler Österreichs Kremser Schmidt mit angeschlossener Grafiksammlung (ca. 30.000 Blätter) erlauben einen Streifzug durch die europäische Kunstgeschichte.

Keine andere Bibliothek unseres Landes ist in der Lage, die Evolution der Schreibkunst vom 5. bis zum 18. Jahrhundert lückenlos zu dokumentieren. St. Paul hat das älteste Buch Österreichs aus dem 5. Jahrhundert und das erste Druckwerk Gutenbergs aus ca. 1450, das eine besondere Kostbarkeit darstellt. Die älteste Darstellung Karls des Großen ziert eine Kapitularien- and Volksrechtsammlung aus dem 9. Jahrhundert. Der berühmte Ramseypsalter aus dem 13. Jahrhundert ist ein schönes Beispiel prachtvoller Buchillustration. Insgesamt sind es ca. 4.000 Handschriften und 180.000 Bände, mit denen St. Paul aufwarten kann. Der gesamte Bücherbestand des Stiftes St. Paul verteilt sich auf mehrere Bibliotheksräume in historischen Gewölben. Allein ca. 70.000 Bücher sind in der Schaubibliothek untergebracht.

Der „Hemisphärensaal“ ist mit einer Deckenmalerei aus dem Jahre 1683 ausgestattet, die nach dem Vorbild astronomischer Malerei des 16. Jahrhunderts entstanden ist. Dargestellt sind die Tierkreiszeichen, die Jahreszeiten und die Himmelswinde.

Name Adresse Links

Benediktinerstift St. Paul

Öffnungszeiten:
Di - So von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Erw: 9,50 Euro
6-16 Jahre: 5,00 Euro
unter 6 Jahren Frei.
Hauptstraße 1
9470St. Paul / Lav.
Tel.: 04357 / 20 19 - 22

www.stift-stpaul.at

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