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Start > Infothek > Gerhart Ellert (Gertrud Schmirger)

Gerhart Ellert alias Gertrud Schmirger

 Gerhart Ellert alias Gertrud Schmirger

„Wir sind Jugendliteratur“ - dank Gerhart, der Literatin: 1959, gehörte der Österreichische Staatspreis für Jugendliteratur der Lavanttaler Schriftstellerin Gertrud Schmirger alias Gerhart Ellert. Auf den Spuren der Historien- und Jugendbuchautorin.

Wappen von Wolfsberg Unter dem männlichen Pseudonym Gerhart Ellert hat sich die Wolfsbergerin Gertrud Camilla Olga Gabriela Schmirger (1900 – 1975) einen Namen in der Literaturwelt gemacht. 1933 erschien ihr erstes Erzählwerk „Der Zauberer“, ein Lebensbild des Papstes Sylvester, dem viele weitere folgen sollten. Anerkennung im deutschen Sprachgebiet räumte ihr aber erst das Jugendbuch „Der Goldschatz“ (1956) ein. Gemeinsam mit den Werken „Das blaue Pferd“, „Gregor der Große“, „Herzog Tassilos Troßbub“ und „Lösegeld für Dorothy“ wurde es in die Ehrenliste zum Österreichischen Staatspreis für Jugendliteratur aufgenommen.

Alle Werke Ellerts wurden von österreichischen Verlegern herausgebracht und betreut. So sonderbar ihre Bücher, die sich – abgesehen von der Jugendliteratur („Lösegeld für Dorothy“ u.a.) – vermehrt um historische Persönlichkeiten (Paulus, Attila, Karl V., Wallenstein, Michelangelo) rankten, so sonderbar muss auch ihre Persönlichkeit gewesen sein. Sonderbar, vor allem modern: Gertrud Schmirger war Zeit ihres Lebens nie verheiratet (bedingt wohl durch mehrere unglückliche Lieben), hatte das Lesen und Schreiben nicht in einer Schule, sondern zu Hause erlernt, nahm später Unterricht im Konvikt des Benediktinerstiftes St. Paul, das heute ihren Nachlass verwaltet. Ihren Vater verlor sie früh, mit ihrer Mutter versuchte sie, im Obstbau Fuß zu fassen. Gerhart Ellert reiste viel – oft im Winter, wenn nichts zu bewirtschaften war, und gemeinsam mit ihrer Mutter - , beschäftigte sich mit fremden Ländern und Kulturen: „Sie hat mit den wachen Sinnen eines Dichters, die auch scheinbar Belangloses verzaubern, jene Länder und Völker erlebt, aus denen die Gestalten ihrer Romane und auch Theaterstücke wuchsen: die Schweiz, Frankreich und England, die Länder des europäischen Mittelmeerraumes, als großes Erlebnis Tripolis und die Welt Syriens und Palästinas“, schreibt Eduard Schober über die Wolfsberger Autorin, die auf solchen Reisen wohl ihr Weltbürgertum prägte, das ihr den Lavanttaler Dialekt verbat, den sie auch bei anderen nicht ausstehen konnte, genauso wie Themen der Erotik. Der zwischenmenschliche Kontakt konzentrierte sich auf wenige Freunde, so etwa St. Gertrauds Pfarrer Alois Liesinger und Primararzt Dr. Gangolf Sacher. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie vor allem mit ihrer Cousine Erika Lieleg. Gertrud Schmirger war eine Nachfahrin der Familie Geinsperger-Sotlschegg, die einst Schloss Schmelzhofen in St. Margarethen besaß, und ist im Familiengrab am Wolfsberger Stadtfriedhof begraben.

Das männliche Pseudonym Gerhart Ellert setzte sich aus den Namen ihrer Mutter Gabrielle und des St. Pauler Paters Engelbert Olbert zusammen – zweier Menschen, die ihr sehr nahe standen. Die Verleihung des Ehrenringes der Heimatstadt Wolfsberg 1960 und die Auszeichnung mit dem Professorentitel 1966 gehörten neben dem Österreichischen Staatspreis für Jugendliteratur auch für sie persönlich zu den größten Ehrungen ihres schriftstellerischen Wirkens.

Werke (Auswahl):

Romane: „Richelieu“, „Paulus aus Tarsos“, „Ich Judith bekenne“, „Das Tor ist nie verschlossen“, „Der Zauberer“, „Attila“, „Karl V.“, „Der König“, „Wallenstein“, „Nach der Sühne“, „Michelangelo“, „Das Licht“, „Die Johanniter“, „Das Abenteuer des Forschens“, „Mohammed“, „Mauern um Rom“, „Auf endlosen Straßen“ u.a.
Theaterstücke: „Es war Ihr Wunsch, Majestät“, „Die griechische Gesandtschaft“, „Der Doge Fascori“ u.a.
Jugendbücher: „Lösegeld für Dorothy“, „Der Goldschatz“, „Das blaue Pferd“ , „Herzog Tassilos Troßbub“, „Die Katze der Herzogin“

Margot Gupper für die Wolfsberger Zeitung

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