Die Lymphologie im LKH Wolfsberg

Österreichweit einzigartig: Das neue Zentrum für Lymphologie am LKH Wolfsberg

Die Lymphologie im Krankenhaus Wolfsberg

Zentrum für Lymphologie

walter doeller christian ure monika schranzer

Zentrum für Lymphologie
Vorstand
Prim. Dr. Walter Döller Erster
Oberarzt
Dr. Christian Ure
Oberschwester
Monika Schranzer

Im Dezember 2009 wurde der Neubau des Zentrums für Lymphologie am LKH Wolfsberg nach rund vierzehnmonatiger Bauzeit und mit Gesamtinvestitionen von rund 20 Mio. Euro fertig gestellt und nach erfolgter sanitätspolizeilicher Bewilligung für die Besiedelung mit Patienten und Mitarbeitern freigegeben.

Die neue „Lymphklinik“ wurde in Zusammenarbeit mit KABEG und Land Kärnten im Südteil des Krankenhauses verwirklicht. Das österreichweit einzigartige Zentrum, in dem nunmehr 80 Patientenbetten für die Akutbehandlung und Rehabilitation zur Verfügung stehen, ist ein Aushängeschild für die Kärntner Gesundheitsversorgung. Prim. Dr. Walter Döller und sein Team behandeln hier Lymphödempatienten aus allen österreichischen Bundesländern und dem benachbarten Ausland.

Das architektonisch ansprechende Gebäude, das sich hervorragend in den Gesamtbestand des Krankenhauses fügt, besteht aus zwei Baukörpern mit je drei Geschossen und bietet neben einem geräumigen Funktions- und Bettentrakt auch mehrere Therapie- und Aufenthaltsräume. Die medizinische und therapeutische Behandlung sowie die Betreuung entsprechen den höchsten Standards.

Die bauliche Weiterentwicklung des Krankenhauses ermöglichte auch eine sinnvolle und zeitgemäße Lösung für den Haupteingang, der in den neuen Gebäudebestand integriert wurde. Der barrierefreie Zugang zum Haus konnte damit optimiert und an die Erfordernisse eines patienten- und besucherfreundlichen Hauses angepasst werden. Mit dem neuen Zentrum für Lymphologie, das vom Direktorium auch als wichtiger Beitrag zur Standortsicherung des Krankenhauses gesehen wird und bereits Teile des Masterplan II umsetzt, sind 30 neue Arbeitsplätze im LKH Wolfsberg verbunden.

Daten und Fakten
  • Spatenstich und Baubeginn: 27. Oktober 2008
  • Bauzeit: Oktober 2008 bis Ende 2009
  • Gesamtinvestitionssumme: ca. 20 Mio. Euro
  • Architekten: Loudon und Habeler, Wien
  • Bettenanzahl: 80 Betten (20 Akutbehandlung, 60 Rehabilitationsbehandlung)
  • Besiedelung und Inbetriebnahme: 26. Februar 2010
  • Offizielle Eröffnung: 29. Mai 2010

Zentrum für Lymphologie am LKH Wolfsberg Rehabilitationsklinik und Akut-Station

Das LKH Wolfsberg hat mit dem Zentrum für Lymphologie Österreichs erstes Kompetenzzentrum für lymphologische Rehabilitation. Seit der Eröffnung 2002 ist dieses eine wichtige Anlaufstelle für LymphödempatientInnen aus dem In- und Ausland und somit überregional wirksam.

Das Zentrum für Lymphologie bietet Akutbetten, Rehabilitationsbetten und ambulante Räumlichkeiten. Für das neueste Iymphologische Know-how steht ein multiprofessionelles Team aus Medizin, Pflege, Therapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern sowie Diätologinnen zur Verfügung.

Was ist ein Lymphödem?
Das Lymphsystem ist ein dem Blutkreislauf parallel geschaltetes Drainagesystem und als Halbkreislauf zu bezeichnen. Stoffwechselschlacken, Krankheitserreger, Krebszellen und Schmutzpartikelchen werden mit der Lymphe abtransportiert. Ist das Lymphsystem gestört, staut sich die Flüssigkeit und es entsteht ein Lymphödem.
„Das Lymphödem kann bei allen, auch an inneren Organen auftreten. Am häufigsten sind jedoch die Extremitäten betroffen, die Gliedmaßen schwellen teilweise enorm an“, berichtet Prim. Dr. Walter Döller, Vorstand des Zentrums für Lymphologie. Die Lymphtransportschädigung ist angeboren oder erworben. Besonders häufig tritt sie jedoch bei Frauen und nach Krebsoperationen auf. Durch die operative Entfernung von Lymphknoten und/oder Bestrahlung wird der Lymphtransport unterbrochen und löst ein Lymphödem aus.

Ausprägungen des Lymphödems
  • Stadium I – spontan reversibel: Vorübergehende, nach Belastung oder abends auftretende weiche Schwellung ohne wesentliche Krankheitssymptome. Rückbildung über Nacht.
  • Stadium II – spontan irreversibel: Teils induriertes Ödem. Trotz Ruhephasen kommt es zu keiner Rückbildung des Lymphödems. Komplikation durch Pilzinfektionen, Rotlauf oder Ödemverstärkung.
  • Stadium III – Iymphostatische Elephantitis: Verhärtung, große Schwellung mit Verhornung der Haut oder warzenähnliche Hauterscheinung, zunehmende Behinderung.

Angiologische-lymphangiologische Diagnose
Das oft komplexe Krankheitsbild des Lymphödems bedarf einer allumfassenden Diagnose und Behandlung der Begleiterkrankungen. Neben der Basisuntersuchung (Anamnese, Inspektion, Palpation, physikalische Untersuchung, Basislabor, Umfangmessung und Volumetrie mit dem Perometer) werden auch hochauflösender Ultraschall, Farbdoppleruntersuchungen, Gefäß- und Funktionsdiagnose, indirekte Lymphographie, quantitative Lymphszintigraphie, CT und MR angeboten. Die Nutzung der Synergieeffekte vorhandener fachspezifischer Abteilungen und Konsiliarärzte ermöglicht eine rasche und adäquate Diagnose und Therapie komplizierter Begleiterkrankungen.
Konzept der lymphologischen Rehabilitation
Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung und neigt zur Progression. Unbehandelt führt es zur Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zur Invalidität. Ziel ist es, das Lymphödem zu reduzieren und zu stabilisieren, die Patienten im richtigen Umgang mit der Erkrankung zu unterweisen und auch Hilfe zur täglichen Selbsthilfe anzubieten. Am Anfang der Therapie steht die Erstellung eines biopsychosozialen Behandlungskonzeptes.
Ein wesentlicher Bestandteil der lymphologischen Rehabilitation ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie.

Sie beinhaltet:
  • Hautdesinfektion, Hautpflege und -behandlung
  • Krankheitsadaptierte manuelle Lymphdrainage
  • Lymphologische Kompressionsbehandlung
  • Entstauungsgymnastik
    Zusätzlich werden angeboten:
  • Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
  • Funktionelle Krankengymnastik und Ausdauertraining
  • Ernährungsberatung, diätetische Beratung
  • Psychologische Betreuung sowie sozialmedizinische Beratung
  • Wundmanagement
  • Schulung über das Lymphödem, Training zur Selbstbehandlung und Selbstbandagierung
  • Anmessung und Anfertigung von lymphologischen Kompressionsbehelfen

Welche Krankheitsbilder werden behandelt?

  • primäre (angeborene) Lymphödeme
  • sekundäre (erworbene) Lymphödeme nach Krebsoperation, Bestrahlung, Unfällen, gefäßchirurgischen und orthopädischen Eingriffen, phlebolymphostatischen Ödemen bei chronischen Venenerkrankungen („offenen Beinen“)
  • ausgeprägte Formen des Lipolymphödems
  • Angiodysplasien (Gefäßmißbildungen)

Qualität wird groß geschrieben

Das Zentrum für Lymphologie wurde schon vor Jahren als erste Österreichische Rehabilitations- Abteilung nach Ö-Norm ISO 9001 zertifiziert. Der ausgezeichnete Ruf hat sich auch in einer „Patientenbefragung zur Qualität im Krankenhaus“ des KKF-Fachbeirates für „Qualität und Integration im Kärntner Gesundheitswesen“ bewiesen.

Wie kommt man zur Behandlung am Zentrum für Lymphologie?

Die Aufnahme an der Akut-Station erfolgt je nach Kapazität nach Einweisung zur Anstaltspflege. Für die Aufnahme zur Rehabilitationsbehandlung ist eine Bewilligung nach Antrag bei der Pflichtversicherung notwendig.

Das neue Therapiezentrum am LKH Wolfsberg

Mit dem Neubau des Zentrums für Lymphologie wurde das neue physikalische Therapiezentrum des LKH Wolfsberg feierlich eröffnet.
Leitung: Df. PT Marjetka Vaukan
Mit dem Grundsatzbeschluss, das neue Zentrum für Lymphologie zu errichten, war auch die Planung eines neuen Therapiezentrums verbunden. Von Anfang an war klar, dass die bestehenden, an verschiedenen Abteilungen des Hauses untergebrachten Therapieräumlichkeiten im Interesse der Patienten wieder zu einer Einheit zusammengefasst werden sollten.
Das Ergebnis ist ein neues, modernes Therapiegebäude, in dem sich Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden um die optimale therapeutische Betreuung von Patienten aller Abteilungen kümmern. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Patienten der Unfallchirurgie, des Zentrums für Lymphologie und der Geriatrie.

Physiotherapie

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Die PhysiotherapeutInnen nützen primär manuelle Techniken, arbeiten mit verschiedenen Behandlungskonzepten und fördern die Eigenaktivität des Patienten. Gegebenenfalls wird die Therapie mit Elektrotherapie, Wärme, Kälte oder Massagen ergänzt. Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung der Gesundheit des Patienten sowie die Schmerzreduktion.

Ergotherapie

Die ErgotherapeutInnen analysieren die Tätigkeiten der Patienten im Alltag. Die dafür notwendigen Funktionen und Handlungsabläufe werden trainiert und/oder kompensiert. Je nach Bedarf werden diese Aktivitäten durch Hilfsmittel, Schienen und/oder Adaptierung der Umwelt unterstützt. Ein Training für Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Gedächtnisleistung und komplexe Planung bereitet die Patienten auf die Bewältigung des Alltags vor.
ErgotherapeutInnen unterstützen die Patienten bei einem körperlich, geistig und seelisch aktiven Leben und orientieren sich immer an den individuellen Möglichkeiten und Zielen der Erkrankten. Gezielte Intervention und Aktivierung wirken gegen innerlichen Rückzug und Depression. Im LKH Wolfsberg werden neurologische, orthopädische, geriatrische, lymphologische und unfallchirurgische Patienten von den ErgotherapeutInnen betreut.

Logopädie

Die Logopädie ist ein Teil der medizinischen Grundversorgung. Sie beinhaltet die Prävention (Vorbeugung) und Diagnostik (Untersuchung) wie auch Beratung, Therapie, wissenschaftliche Forschung und Lehre von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen.
Hilfe von Logopäden brauchen Menschen mit Problemen der Sprache und des Sprechens, der Atmung und Stimme, des Hörens, des Redeflusses (Stottern), Problemen im orofacialen Bereich (Schwierigkeiten beim Schlucken, Gesichtslähmungen, Zahn- und Kieferfehlstellungen, usw.) sowie Personen mit hoher stimmlicher Belastung.
Im LKH Wolfsberg werden jene Patienten logopädisch behandelt, die z.B. im Rahmen neurologischer Erkrankungen (nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson, usw.) oder durch Unfälle oder Operationen Schwierigkeiten haben mit ihrer Sprachund Kommunikationsfähigkeit, dem Schlucken, der Stimme, der Atmung, dem Hörvermögen oder den Gesichtsfunktionen (z.B. bei einer Gesichtslähmung).

Fakten & Zahlen

  • Das neue Therapiezentrum des LKH Wolfsberg steht den Patientinnen und Patienten aller Abteilungen zur Verfügung. Die therapeutischen Schwerpunkte richten sich v.a. an die Patienten der unfallchirurgischen Abteilung, des Zentrums für Lymphologie und der Abteilung Akutgeriatrie/Remobilisation.
  • Im neuen Therapietrakt sind 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: Lymphtherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden.
  • Rund 80 Prozent der Patienten sind am LKH Wolfsberg stationär untergebracht. Darüber hinaus werden auch „Unfallpatienten“ behandelt, die dem Therapiezentrum zur ambulanten Behandlung zugewiesen werden.
  • Eine „Außenstelle“ des neuen Therapiezentrums gibt es an der Geriatrischen Abteilung, wo eigene Therapieräumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Med. Direktor Prim. Dr. Hartwig Pogatschnigg, Pflegedirektorin Claudia Obersteiner und Kaufm. Direktor Mag. Viktor Benzia (von links).Der Neubau des Zentrums für Lymphologie bedeutet einen wichtigen Schritt auf dem Weg in die Zukunft des LKH Wolfsberg. Das LKH-Direktorium mit Medizinischem Direktor Prim. Dr. Hartwig Pogatschnigg, Pflegedirektorin Claudia Obersteiner und Kaufmännischem Direktor Mag. Viktor Benzia freut sich über diese positive Entwicklung.
Primarius Dr. Hartwig Pogatschnigg, Medizinischer Direktor des LKH Wolfsberg:
„Der Neubau des Zentrums für Lymphologie bedeutet eine große Bereicherung der über Jahre aufgebauten Kompetenz in diesem medizinischen Fachgebiet. Die österreichweite Vorreiterrolle ist natürlich auch für den Standort des LKH Wolfsberg eine wichtige Perspektive. Auch der interdisziplinäre Therapieansatz zeigt die in die Zukunft gerichtete Vision einer kompetenten ärztlichen Versorgung.“

Claudia Obersteiner, Pflegedirektorin des LKH Wolfsberg: „Mit dem Ausbau des Zentrums für Lymphologie konnten die für die Pflege und die therapeutische Behandlung der Patienten notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zeitgemäße Strukturen unterstützen die effiziente Leistungserbringung. Mit dem neuen Therapiezentrum des LKH Wolfsberg ist es gelungen, die therapeutischen Leistungszentren des Hauses wieder zu konzentrieren, so dass unnötige Wegstrecken zum Wohle der Patienten vermieden werden.“
Mag. Viktor Benzia, Kaufmännischer Direktor des LKH Wolfsberg:
„Mit dem Zentrum für Lymphologie bietet sich dem LKH Wolfsberg die für ein Regionalkrankenhaus seltene Chance, Leistungen überregional anzubieten und zu erbringen. Der Neubau des Zentrums für Lymphologie ist ein wichtiger Beitrag für die zukünftige Entwicklung des Hauses und zudem mit neuen Arbeitsplätzen verbunden. Mit rund 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das LKH Wolfsberg der größte Arbeitgeber im Bezirk und auch darüber hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

Dipl.KH-Bw. Ing. Jürgen Schratter, Projektleiter, Leiter der Abteilung Bau & Technik, LKH Wolfsberg:
„Der Neubau der Lymphologie mit dem Therapietrakt und dem neuen Haupteingang ist ein architektonisch und funktionell gelungenes Bauwerk. Die neu errichteten Gebäude verleihen dem LKH Wolfsberg ein neues positives Gesicht und fügen sich in besonderer Weise in die bestehende Struktur ein. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte dieser Neubau trotz der kurzen Bauzeit und dem schwierigen Gelände fristgerecht fertig gestellt werden.“

NameAdresseLinks

LKH Wolfsberg

Paul Hackhoferstraße 9
9400Wolfsberg
Tel.: 04352 / 533

www.lkh-wo.at

Auf Karte zeigen

(de) 5