| Michael Jamnigg in St. Stefan |
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Eintrag von Michael JamniggMichael JamniggPigment Acrylhartz |
| Beschreibung: Es kommt doch selten vor, dass beim Betrachten von Bildern zwar assoziative Zusammenhänge, eben auch Bilder, entstehen - die sich dann aber einer rationalen, deskriptiven Klarheit entziehen. In diesem Fall, bei diesem Künstler, ist dies tatsächlich der Fall: Die Bildwerke von Michael Jamnigg sind nicht eindeutig verortbar - und das ist gut. Denn in diesem Mangel steckt die Chance, Malerei sui generis für und auf sich wirken zu lassen.Die Bilder sind artifiziell und auch in hohem Maße authentisch, weil sie etwas in der Struktur assoziieren, was uns als Betrachter bekannt vorkommt: Einblicke ins eigene Ich. Der Autoditakt Michael Jamnigg, 1977 geboren, lebt und arbeitet in Thürn, St.Stefan im Lavanttal und verwendet Pigmente und Acrylhartz, bevorzugt auf Mollino aber auch andere Materialien. Vieles Bekannte lässt sich in den Werken finden: Abstraktion, Konkrete Kunst - doch die verbindung zwischen verschiedenen malerischen Ebenen erfolgt nicht in tradierten Schemata. Es ist weder das Trennende noch das Verbindende, was eine komplexe Zusammengehörigkeit symbolisiert - wenngleich die Farbe die Form dominiert. Es ist ein Diskurs zwischen beiden Parametern, die miteinander um das Privileg ästhetischer Dominanz ringen. Es ist keine "reale Malerei,sondern (es) sind die sich immer mehr in Auflösung verschwimmenden Sphären",erzählt der Maler. Dementsprechend versucht er das malerische Ausgangsmaterial zu reduzieren ind damit zu komponieren. Es sin zwei Facetten derselben Medaille,eins bedingt das andere. Malerei ist somit nicht der visuelle Ausdruck einer Inspiration, die der Künstler bildlich transportiert, sondern eine Allegorie von Leben und Vergänglichkeit, die - abstrakt formuliert - das "Verschwimmen" auch als "Überblick" zu deuten vermag. Die aktuell komponierte Werkreihe nennt der Maler "LANDSCAPE": es sind Werke voller Verträumtheit und farbintensiven Realismus. Einer einzigen großen Farbfläche stehen am Grund des Bildes mehrere ineinander verschachtelte, aufeinander gegossene Farbfelder, Farbreliefs,gegenüber, die sowohl in der Form und Struktur als auch in der Dimension zwei und mehrere starker Farben einander wider - und entsprechen. Das erscheint aber nur als Paradoxon. Denn genauso wie ein Gegenpol der Antipol zu etwas ist, genauso bedarf es erst seiner Funktion als Gegenentwurf, um damit sukzessiv auch seiner "Gegen" Farbe seine Legitimation als Primärobjekt zu erlauben. Die horizontalen Linien - Niemals vertikal - zeigen uns zudem ein stimmiges Raumgefüge, das die Farben umso deutlicher hervortreten lässt und sie im "Rahmen des Bildes" als strukturierendes und kontrastierendes Element verortet. Einzelne Bögen im unteren Farbbereich erzielen ein dezentes Maß an Dynamik, das aber die Bildwirkung nur verstärkt ind nicht sprengt. Diese Farbliche Gegenüberstellung ist nicht nur dadurch spannungsvoll, sondern auch, weil die Tiefe des Raumes und die Intensität der Farbe unterschiedliche Momente an Wahrnehmungsebenen ermöglicht, die den eigenen Fokus auf verschiedene Ebenen des Bildes lenkt. Somit entsteht ein bewusstes Ungleichgewicht, das Struktur und Farbe unterschiedlich gewichtet. Zudem forcieren unterschiedliche Rahmenformate ebenfalls die Komplexitat des Bildaufbaus. Wenn sich in den Bildern - trotzdem - ein farbliches, harmonisches Gefüge einstellt, liegt das sicherlich an gedeckten, dunkel-erdigen Farben von braun bis grün, weiterhin sicherlich auch in den weichen Strukturen ind Linien, die sich gerade im unteren Teil ineinander verflechten - aber dies ist nicht der Hauptgrund. Der bleibt nämlich im Dunklen und ist emotional nicht zu ergründen - und das ist das eigentliche Geheimnis von Kunst, und dieser im Spezielen Erik Buchheister, Chefredakteur "ARTPROFIL" Schlagworte: Kunst, Art, Landscape, Landschaften, Künstler, Maler, Michael Jamnigg |
